04. November, 2026

Quartalszahlen

Puma: Umsatz sinkt weiter, Zollrückerstattung rettet das operative Ergebnis

Im dritten Quartal bleibt der Sportartikelhersteller beim Umsatz im Minus und im Nettoergebnis in den roten Zahlen. Die Marge steigt, aber ein Teil davon ist Sondereffekt.

Puma: Umsatz sinkt weiter, Zollrückerstattung rettet das operative Ergebnis
Die Rohertragsmarge steigt auf 49,5 Prozent, Zollrückerstattungen von 29,8 Millionen Euro helfen.

Umsatz um fünf Prozent gesunken

Puma hat im dritten Quartal erneut weniger umgesetzt. Die Erlöse sanken im Jahresvergleich um fünf Prozent auf rund 1,78 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Freitag in Herzogenaurach mitteilte. Währungsbereinigt lag das Minus bei 6,3 Prozent. Vor allem in Europa und Nordamerika war die Nachfrage schwächer. Der Konzern führt den Rückgang auf Reset-Maßnahmen und schwächere Konsumnachfrage zurück. Gegenüber dem zweiten Quartal, in dem der Umsatz um rund zehn Prozent gefallen war, hat sich die Entwicklung verbessert.

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Positiv entwickelte sich Asien-Pazifik: Dort wuchs der Umsatz währungsbereinigt um 10,0 Prozent auf 394,6 Millionen Euro. Der eigene Onlinehandel legte währungsbereinigt um 7,8 Prozent zu.

Marge steigt, aber mit Sondereffekt

Die Rohertragsmarge verbesserte sich von 45,4 auf 49,5 Prozent. Puma profitierte von niedrigeren Beschaffungskosten sowie von Zollrückerstattungen über 29,8 Millionen Euro. Das ist ein Einmaleffekt. Rechnet man ihn heraus, liegt die Marge bei rund 47,8 Prozent, das ist meine Rechnung. Sie wäre immer noch deutlich höher als im Vorjahr.

Das bereinigte EBIT lag bei 0,4 Millionen Euro und war damit knapp positiv. Auch hier hilft die Rückerstattung: Ohne sie hätte das Quartal rechnerisch einen operativen Verlust von rund 29 Millionen Euro gebracht. Restrukturierungskosten hielten den Konzern in der Verlustzone. Der Nettoverlust betrug 54,9 Millionen Euro, etwas weniger als die 62,3 Millionen Euro im Vorjahr.

Lager und Schulden sinken

Beim Umbau kommt Puma voran. Die Lagerbestände lagen Ende September bei rund 1,61 Milliarden Euro, 24,3 Prozent unter dem Vorjahr. Die Nettoverschuldung sank von rund 1,21 auf 1,08 Milliarden Euro. Der Cashflow profitierte von besserem Working Capital sowie geringeren Steuerzahlungen und Investitionen.

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Der Rahmen: ein „Übergangsjahr“

Konzernchef Arthur Hoeld, seit Juli 2025 im Amt und zuvor beim Rivalen Adidas, hat 2025 zum „Reset-Jahr“ und 2026 zum „Übergangsjahr“ erklärt. 2025 war der Umsatz um 8,1 Prozent auf 7,3 Milliarden Euro gefallen, die Dividende fiel aus. Für 2026 hatte Hoeld einen weiteren operativen Verlust zwischen 50 und 150 Millionen Euro angekündigt, die Rückkehr in die Gewinnzone ist für 2027 geplant. Der Umbau umfasst Stellenstreichungen, Filialschließungen, ein kleineres Sortiment und weniger Rabatte.

Mit Blick auf das verbleibende Quartal hat Puma die EBIT-Prognose für 2026 präzisiert und den Ausblick für die Investitionen angepasst. Beim Umsatz erwartet der Konzern einen währungsbereinigten Rückgang im niedrigen bis mittleren einstelligen Bereich. Die genauen neuen Werte konnte ich in den vorliegenden Auszügen nicht sehen.

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Einordnung für Anleger

Das Quartal bestätigt den Kurs, aber nicht die Wende. Positiv sind die weiter sinkenden Lagerbestände, die höhere Marge und die Schulden. Der Umsatz schrumpft aber weiter, vor allem in den Kernmärkten Europa und Nordamerika, und das operative Ergebnis steht dank einer Einmalrückerstattung nahe null.

Die Aktie hat wegen der Krise schon viel verloren, im Vorjahr lag sie rund 60 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 47,17 Euro. Wer investiert ist, sollte auf die Umsatzentwicklung im vierten Quartal, den Ausblick für 2027 und die Frage achten, ob die Marge ohne Sondereffekte hält. Zur Kursreaktion enthält die Meldung keine Angaben. Dies ist keine Anlageberatung.