01. November, 2026

Quartalszahlen

BP verdient so viel wie seit Jahren nicht: Der Iran-Krieg füllt die Kasse, die Ölpest-Schulden sollen weg

Der britische Ölkonzern meldet einen bereinigten Quartalsgewinn von 8,46 Milliarden Dollar. Das Geld soll auch dazu dienen, die letzten Verbindlichkeiten aus der „Deepwater Horizon“-Katastrophe zu begleichen.

BP verdient so viel wie seit Jahren nicht: Der Iran-Krieg füllt die Kasse, die Ölpest-Schulden sollen weg
BP steigert den bereinigten Gewinn im dritten Quartal auf 8,46 Milliarden Dollar, Analysten hatten 7,33 Milliarden erwartet.

Die Zahlen

BP hat dank der vom Iran-Krieg getriebenen Energiepreise den höchsten Quartalsgewinn seit Jahren eingefahren. Der um Lagerbewertungseffekte bereinigte Gewinn lag im dritten Quartal bei 8,46 Milliarden Dollar, wie der Konzern am Freitag mitteilte. Analysten hatten 7,33 Milliarden Dollar erwartet. Im Vorjahresquartal waren es nur 2,2 Milliarden Dollar, der Gewinn hat sich also fast vervierfacht.

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Die Entwicklung kam nicht über Nacht. Im ersten Quartal hatte der bereinigte Gewinn bei 3,2 Milliarden Dollar gelegen, im zweiten bei 5,7 Milliarden, einem Plus von 78 Prozent zum Vorquartal. Treiber waren höhere Verkaufspreise, stärkere Raffineriemargen und Handelsergebnisse. Das Bild passt zu den Berichten der Konkurrenz: TotalEnergies hatte für das dritte Quartal eine fast vervierfachte Raffineriemarge gemeldet, und Shell wie BP hatten Rekordmargen im Raffineriegeschäft angekündigt.

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Die Ölpest-Altlast

Für den Gewinn hat BP einen besonderen Verwendungszweck genannt: Der Konzern will damit seine verbleibenden Schulden aus der Katastrophe um die Ölplattform „Deepwater Horizon“ von 2010 begleichen. Bei dem Unglück vor der US-Golfküste starben elf Menschen, es zählt zu den schwersten Umweltkatastrophen der US-Geschichte. Die verbleibenden Verbindlichkeiten aus der Ölpest beliefen sich zuletzt auf 5,94 Milliarden Dollar, nach BP-Angaben.

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Die Bilanz im Hintergrund

BP hatte zuletzt einen vorsichtigen Kurs gefahren. Anfang des Jahres setzte der Konzern seinen Aktienrückkauf aus, um die Bilanz zu stärken, und hielt die Dividende. Als Ziel nannte BP, die Nettoverschuldung bis Ende 2027 auf 14 bis 18 Milliarden Dollar zu senken. Ende des zweiten Quartals lag sie bei 22,3 Milliarden Dollar, nach 25,3 Milliarden Ende des ersten Quartals. Das Ziel werde nach Konzernangaben früher als geplant erreicht. Die Quartalsdividende wurde im zweiten Quartal um vier Prozent auf 8,66 Cent je Aktie erhöht. Zusätzliche Geldquellen erschloss BP über Verkäufe, etwa der Castrol-Sparte (rund sechs Milliarden Dollar) und der Raffinerie in Gelsenkirchen.

Wie BP den aktuellen Geldsegen im Detail einsetzt, geht aus der Meldung nicht hervor. Zahlen zu Cashflow, Nettoverschuldung und Aktienrückkauf im dritten Quartal liegen mir nicht vor.

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Einordnung für Anleger

Das Quartal zeigt die Abhängigkeit vom Ölpreis: Ein Krieg mit hohen Preisen verdoppelt oder vervierfacht den Gewinn binnen eines Jahres. Das ist ein Zufallsgewinn, kein Strukturgewinn, und sinkt, sobald sich die Lage in der Straße von Hormus beruhigt.

Ob BP die Mittel klug einsetzt, ist die wichtige Frage. Schulden abbauen und die Ölpest-Altlast beseitigen stärkt die Bilanz und nimmt ein Risiko aus dem Konzern. Ein Wiedereinstieg in Aktienrückkäufe oder höhere Dividenden würde Anlegern direkter nützen. Politisch ist das Thema heikel: Hohe Gewinne bei hohen Energiepreisen rufen regelmäßig Forderungen nach Sondersteuern hervor.

Wer investiert ist, sollte auf die Nettoverschuldung, die Aussagen zu Rückkäufen und Dividende und die Entwicklung des Ölpreises achten. Dies ist keine Anlageberatung.