Die Zahlen
Strategy, bis 2025 MicroStrategy, hat am Donnerstag seine Zahlen für das dritte Quartal 2026 vorgelegt. Der Gewinn je Aktie lag bei 44,75 Dollar, nach 8,42 Dollar im Vorjahresquartal. Analysten hatten 20,19 Dollar erwartet. Der Umsatz ging von 128,7 auf 125,4 Millionen Dollar zurück, die Schätzung lag bei 127,8 Millionen Dollar.

Die Aktie gab im vorbörslichen Handel an der Nasdaq zeitweise um gut fünf Prozent auf 134,29 Dollar nach. In Euro notierte sie zuletzt bei 120,52 Euro, ein Minus von 6,2 Prozent. Die Überschrift von finanzen.net („ernüchternd“) passt nur zum Umsatz, der Gewinn liegt klar über den Erwartungen.
Woher der Gewinn kommt
Der Gewinn ist ein Bewertungseffekt. Strategy hält Bitcoin als Kernvermögen und bilanziert es zum Marktwert. Steigt der Kurs, entsteht ein Buchgewinn, fällt er, ein Buchverlust. Im dritten Quartal verbuchte das Unternehmen nach Angaben von Chairman Michael Saylor einen Gewinn auf digitale Vermögenswerte von rund 20,9 Milliarden Dollar. Im zweiten Quartal war es ein Verlust von 8,32 Milliarden Dollar gewesen, der Nettoverlust lag bei 8,22 Milliarden. Im ersten Quartal hatte das Unternehmen 12,54 Milliarden Dollar Nettoverlust gemeldet, nach einem Kursrutsch im Februar unter 62.000 Dollar.
Das Jahr bleibt deshalb unterm Strich negativ: Zwei schlechte Quartale lassen 2026 laut Bitcoin.com bislang rund 1,87 Milliarden Dollar im Minus. Der operative Umsatz aus dem Softwaregeschäft von 125 Millionen Dollar spielt für den Wert des Konzerns eine geringe Rolle.
Der Bitcoin-Bestand
Strategy hielt Anfang Oktober 848.000 Bitcoin. Gekauft wurden sie zu insgesamt 63,97 Milliarden Dollar, im Schnitt 75.441 Dollar je Bitcoin. Zum Quartalsende am 30. September lag der Marktwert bei 70,82 Milliarden Dollar, über den Anschaffungskosten. Zusätzlich hält das Unternehmen nach Saylors Angaben 5,7 Milliarden Dollar in US-Dollar-Vermögenswerten.

Der Kurs liegt knapp über dem Einstand
Hier liegt die Brisanz. Der Bitcoin kostete am Freitagnachmittag rund 78.400 Dollar, nachdem er nach dem Binance-Hack unter 77.000 Dollar gefallen war. Der durchschnittliche Einstandspreis liegt bei 75.441 Dollar. Der Puffer ist dünn: Bei 77.000 Dollar beträgt der unrealisierte Gewinn nur rund 1,4 Milliarden Dollar, bei 75.400 Dollar null. Fällt der Bitcoin unter den Einstand, würde das vierte Quartal wieder einen Verlust bringen. Das ist meine Rechnung, Strategy nennt keine Prognose.
Einordnung für Anleger
Die Strategy-Aktie ist keine Aktie auf ein Softwareunternehmen, sondern ein gehebelter Bitcoin-Wert. Der Gewinn je Aktie hängt fast vollständig vom Bitcoin-Kurs zum Quartalsende ab und sagt wenig über das Geschäft. Anleger achten deshalb eher auf den Bitcoin-Kurs, die Finanzierung (Vorzugsaktien wie STRC, Wandelanleihen) und die Kassenlage.

Das Risiko liegt in der Kapitalstruktur: Das Unternehmen muss Zinsen und Dividenden auf Vorzugsaktien bedienen, auch wenn der Bitcoin fällt. Die Barreserve von 5,7 Milliarden Dollar ist ein Puffer. Zugleich hat der Hack bei Binance das Vertrauen in die Branche belastet. Wer investiert ist, sollte den Bitcoin-Kurs relativ zu 75.441 Dollar, neue Bitcoin-Käufe und Aussagen zur Finanzierung beobachten. Dies ist keine Anlageberatung.


