30. Oktober, 2026

Quartalszahlen

Gewinn-Beben bei SK Hynix: 56 Milliarden Euro in drei Monaten, doch die Anleger bleiben nervös

SK Hynix versiebenfacht den Betriebsgewinn auf rund 56 Milliarden Euro und übertrifft die Erwartungen. Die Aktie springt kurz an und gibt wieder nach. Die Frage ist, wie lange sich eine Marge von zuletzt 76 Prozent gegen die Konkurrenz halten lässt.

Gewinn-Beben bei SK Hynix: 56 Milliarden Euro in drei Monaten, doch die Anleger bleiben nervös
KI-Speicherchips treiben SK Hynix zum nächsten Rekord. Was HBM4, Samsung und die Marge von 76 Prozent für den Zyklus der Branche bedeuten.

SK Hynix schlägt die hohen Erwartungen erneut

Der südkoreanische Speicherchip-Hersteller hat im dritten Quartal einen Betriebsgewinn von umgerechnet rund 56 Milliarden Euro erzielt. Das ist mehr als das Siebenfache des Vorjahreswerts. Der Konzern, nach Samsung Electronics der zweitwichtigste Produzent von Speicherchips, übertraf damit die bereits hohen Markterwartungen.

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Die Zahl lässt sich nur im Zusammenhang lesen. Im zweiten Quartal hatte SK Hynix den Betriebsgewinn um 557 Prozent auf 60,5 Billionen Won gesteigert, bei einer operativen Marge von 76 Prozent. Für das dritte Quartal lag die Konsensschätzung bei knapp 77 Billionen Won und einer Marge von gut 78 Prozent. Ein Gewinn, der selbst solche Ziele schlägt, ist nicht mehr von dieser Welt.

Die Marge von 76 Prozent lockt die Konkurrenz an

Hinter dem Rekord steckt das Geschäft mit Hochleistungsspeichern für Künstliche Intelligenz, genannt HBM. Sie sitzen direkt neben den Prozessoren der KI-Rechenzentren, etwa von Nvidia. Dazu kommt ein angespannter Markt für klassische Speicherchips, in dem die Preise steigen.

Margen dieser Höhe sind ein Risiko. Wo so viel verdient wird, bauen Wettbewerber Kapazität auf. Samsung und Micron haben die Zertifizierung für HBM4-Lieferungen an die neue Nvidia-Plattform erhalten, Samsung treibt die Massenproduktion voran. Marktforscher von Counterpoint sehen SK Hynix 2026 bei etwa 54 Prozent des HBM4-Marktes. Berichten großer Investmentbanken zufolge könnte Samsung den Rivalen schon 2027 bei den gelieferten Bits überholen.

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Die Aktie reagiert nüchtern, weil Rekorde eingepreist sind

Am Markt blieb der Jubel aus. Die Aktie stieg im Frühhandel zeitweise um 2,7 Prozent, gab dann aber wieder nach. Seit Ende 2025 hat sie sich mehr als verdoppelt, doch seit der Jahresmitte ist die Euphorie deutlich abgeflaut. Der Börsenwert liegt bei umgerechnet rund 660 Milliarden Euro.

Schon im Juli hatte sich das gezeigt. Nach den Zahlen zum zweiten Quartal, die mit dem Gewinnplus von 557 Prozent eigentlich glänzten, verlor die Aktie an einem Tag mehr als elf Prozent. Anleger störten sich daran, dass der Umsatz die Erwartungen verfehlte und dass die Preise der spezialisierten KI-Speicher langsamer stiegen als die der klassischen Chips. Nach Berichten ging in der Spitze Börsenwert in dreistelliger Milliardenhöhe verloren.

Das Muster ist klar: Wer jedes Quartal Rekorde liefert, muss sie jedes Quartal übertreffen.

Der HBM4-Hochlauf entscheidet über die nächsten Quartale

SK Hynix hat die Massenproduktion der neuen Chipgeneration HBM4 im zweiten Quartal gestartet. Die Chips gelten als zentral für Nvidias kommende Plattform Vera Rubin. Die Nachfrage für 2026 galt zuvor als ausverkauft, jetzt kommt es darauf an, genug Stückzahlen zu liefern.

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Eine Chance liegt im Vertragskalender. Laufen alte Lieferverträge aus, kann SK Hynix die Preise für die nächste Generation neu verhandeln. Das könnte die Marge stützen. Es hängt aber davon ab, ob Samsung und Micron den Preisvorsprung bis dahin schmälern.

Die Kasse ist voll, doch die Investitionen sind riesig

Finanziell steht der Konzern glänzend da. Zum Ende des zweiten Quartals lagen die liquiden Mittel bei 88 Billionen Won und die Netto-Cash-Position bei 69,4 Billionen Won. Für das Gesamtjahr plant SK Hynix Investitionen von rund 40 Billionen Won, um neue Fertigungsprozesse hochzufahren und Kapazität auszubauen.

Hinzu kommt ein juristisches Risiko. In den USA läuft ein Kartellverfahren, in dem SK Hynix, Samsung und Micron wegen mutmaßlicher Angebotsbeschränkung bei DRAM-Chips als Beklagte genannt werden. Der Ausgang ist offen, aber das Verfahren erinnert daran, dass hohe Preise Aufmerksamkeit erzeugen.

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Ein Superzyklus sieht von innen immer wie ein neues Normal aus

Speicherchips waren jahrzehntelang ein Geschäft mit extremen Ausschlägen. SK Hynix argumentiert, dass KI diesen Zyklus verändert hat. Die Börse glaubt das nur halb, sonst würde sie nach einem Rekord nicht so verhalten reagieren. Wer bei einer Marge von 76 Prozent kauft, wettet darauf, dass die Ausnahme zur Regel wird.