Umsatz über den Erwartungen
L’Oréal hat im dritten Quartal mehr umgesetzt, als Analysten erwartet hatten. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um knapp 12 Prozent auf 11,56 Milliarden Euro, wie der im EuroStoxx 50 notierte Konzern am Donnerstagabend nach Börsenschluss mitteilte. Auf bereinigter und vergleichbarer Basis, also ohne Währungs- und Zukaufseffekte, wuchsen die Erlöse um 7,7 Prozent.
Getragen wurde das Wachstum von zwei Sparten: feine Düfte und Haarpflege. Konzernchef Nicolas Hieronimus sagte, man sei weiterhin in Haarpflege und Parfümerie erfolgreich, übertreffe den Markt nun aber auch in der „äußerst wichtigen“ Kategorie Hautpflege. Von Vorteil war laut Mitteilung auch der Online-Vertrieb. Angaben zur Gewinnentwicklung gab es nicht. Das ist um diese Zeit des Jahres üblich, L’Oréal veröffentlicht im dritten Quartal nur Umsätze.

Analysten sind beeindruckt
Die Analystenstimmen fielen eindeutig aus. JPMorgan-Analystin Celine Pannuti sprach von einem starken Quartal, das die Erwartungen auf breiter Basis übertroffen habe. David Hayes von Jefferies nannte den Bericht beeindruckend. Die Aktie sei hoch bewertet, das sei aber gerechtfertigt. Callum Elliott von Bernstein befand, der Konzern laufe auf Hochtouren.
Aktie: Rekordhoch rückt näher
Die Aktie hatte schon in den vergangenen Wochen kräftig zugelegt. Am Freitag gewann sie in Paris zeitweise 3,5 Prozent auf 427,55 Euro. Auf den Zwischentiefs in diesem Monat war sie teils noch für unter 370 Euro zu haben, das heißt, sie ist binnen Wochen um mehr als 15 Prozent gestiegen. Seit Jahresbeginn beträgt das Plus 17 Prozent. Das Rekordhoch von 461,85 Euro liegt gut zwei Jahre zurück und rückt wieder in Sichtweite, es ist noch gut sieben Prozent entfernt. Das ist meine Rechnung. Später im Handel gab die Aktie einen Teil der Gewinne wieder ab, zuletzt notierte sie bei 427,00 Euro, ein Minus von gut einem Prozent. Der Kurs hängt also stark am Tagesverlauf.

Einordnung für Anleger
Das Quartal bestätigt, dass L’Oréal im Kosmetikmarkt zu den Gewinnern zählt, während andere Konsumgüterkonzerne unter schwacher Nachfrage und der China-Schwäche leiden. Die Hautpflege war bisher der Problembereich und sorgt nun ebenfalls für Zuwachs. Das ist der wichtigste Punkt der Meldung.
Die Aktie ist allerdings nicht billig. Jefferies verteidigt die hohe Bewertung, doch sie lässt wenig Spielraum für Enttäuschungen. Zudem fehlt die Ergebnisseite: Ob das Wachstum bei der Marge ankommt, zeigt sich erst bei den Jahreszahlen. Wer investiert ist, sollte auf die Zahlen für das Gesamtjahr, die Entwicklung in China und die Frage achten, ob die Aktie die Marke von 461,85 Euro erreicht. Dies ist keine Anlageberatung.

