Neue Prognose: über 7,0 Milliarden Euro
Die DHL Group hat ihre Ergebnisprognose für 2026 am Freitagabend erneut angehoben. Das Konzern-EBIT soll nun über 7,0 Milliarden Euro liegen, bisher waren es über 6,5 Milliarden. Für die DHL-Bereiche, also den Konzern ohne Post & Paket Deutschland und Group Functions, erwartet das Unternehmen ein EBIT von über 6,4 Milliarden Euro, nach bisher über 5,9 Milliarden. Als Grund nennt DHL Zuwächse im Expressgeschäft.
Die zweite Anhebung in gut drei Monaten
Bereits am 7. Juli hatte DHL die Prognose von über 6,2 auf über 6,5 Milliarden Euro erhöht, nach vorläufigen Zahlen zum zweiten Quartal. Damals lag das Ziel für die Bereiche bei über 5,9 Milliarden, zuvor bei über 5,6 Milliarden Euro. Seit Jahresbeginn hat der Konzern sein Ziel damit um 0,8 Milliarden Euro angehoben, rund 13 Prozent.
Die Meldung vom Freitag enthält keine Quartalszahlen und nennt keine Begründung im Detail. Die Zahlen zum dritten Quartal liegen mir nicht vor.

Express als Motor
Wie stark das Expressgeschäft trägt, zeigte schon das zweite Quartal. Das EBIT von DHL Express stieg von 730 Millionen auf rund 1,195 Milliarden Euro. Das Unternehmen nannte als Gründe mehr transportiertes Gewicht, eine bessere Auslastung des Netzwerks und knappe Kapazitäten im internationalen Luftfrachtmarkt. Der Konzernumsatz legte im zweiten Quartal um 13 Prozent auf 22,4 Milliarden Euro zu. Das EBIT stieg um 30 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro, die Marge auf 8,3 Prozent. Höhere Preise, vor allem durch weitergegebene Kraftstoffkosten, trugen ebenfalls bei. Im Segment Post & Paket Deutschland sank das EBIT dagegen von 166 auf rund 135 Millionen Euro, die Prognose dort blieb bei über 900 Millionen Euro.
Die Anhebung im Juli stand unter einem Vorbehalt: Das Management ging davon aus, dass sich das geopolitische Umfeld nicht weiter verschlechtert.
Ein früheres Ziel schon jetzt erreicht
Bemerkenswert: Die Marke von über 7,0 Milliarden Euro hatte DHL noch 2025 als mittelfristiges Ziel genannt. Nun liegt sie schon für 2026 in Reichweite. Ob das eine Ausnahme ist oder eine neue Basis, hängt davon ab, wie lange die Luftfracht knapp bleibt. Sinkt der Engpass, fällt auch ein Teil des Rückenwinds weg.
Aktienrückkauf und Investitionen
Im August hatte DHL das Aktienrückkaufprogramm erhöht und verlängert. Für das Gesamtjahr bleibt das Investitionsziel bei rund drei Milliarden Euro. Im ersten Halbjahr hatte der Konzern 1,3 Milliarden Euro in Sachanlagen investiert, 25 Prozent mehr als im Vorjahr.

Einordnung für Anleger
Die Anhebung stützt die Aktie, die schon in der Nähe ihrer Rekordhochs steht. Für Anleger ist wichtig, woher das Plus stammt. Es kommt aus der Auslastung und aus Preisen in einem knappen Markt, nicht aus gewachsenem Geschäft in der Breite. Solche Effekte können schneller drehen als strukturelles Wachstum.
Wer investiert ist, sollte beobachten, wie sich die Luftfrachtkapazität entwickelt, ob das geopolitische Umfeld stabil bleibt und was DHL zum Ausblick 2027 sagt. Die vollständigen Zahlen zum dritten Quartal und der Kommentar des Managements liefern dazu mehr.

