Prognose zum zweiten Mal angehoben
Schneider Electric hat seine Umsatz- und Gewinnprognose für 2026 am Freitag bereits zum zweiten Mal erhöht. Der Umsatz soll um zwölf bis 14 Prozent wachsen, bisher hatte der französische Konzern zehn bis 13 Prozent in Aussicht gestellt. Das operative Ergebnis soll ohne Zukäufe um 18 bis 21 Prozent zulegen, nach zuvor 14 bis 19 Prozent.

Wie weit sich die Ziele seit Jahresbeginn verschoben haben, zeigt der Blick zurück. Im Februar hatte Schneider ein organisches Umsatzwachstum von sieben bis zehn Prozent genannt. Analysten hatten diese Prognose damals als konservativ eingestuft. Im Juli folgte die erste Anhebung beim Gewinn, von zehn bis 15 auf 14 bis 19 Prozent. Nun ist es die zweite.
Rekordquartal
Im dritten Quartal stieg der Umsatz organisch um 17 Prozent auf den Rekordwert von 11,46 Milliarden Euro. Analysten hatten 11,13 Milliarden Euro erwartet. „Wir haben das stärkste Quartal in der Geschichte von Schneider abgeliefert“, sagte Finanzchef Nathan Fast.
Zum Vergleich: Im ersten Halbjahr hatte Schneider den Umsatz organisch um 14 Prozent auf 21,23 Milliarden Euro gesteigert, den bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Amortisation (EBITA) um 22 Prozent auf 4,09 Milliarden Euro. Die Marge lag bei 19,3 Prozent, der Nettogewinn bei 2,49 Milliarden Euro. Das Tempo hat sich im dritten Quartal also noch erhöht.

Rechenzentren als Motor
Treiber ist der Bedarf an Rechenzentren. Schneider hat sich in den vergangenen Jahren vom Anbieter klassischer Komponenten wie Sicherungen und Schaltern zum Ausrüster der gesamten Infrastruktur entwickelt. Das Angebot reicht von Kühlsystemen und Serverschränken bis zur Stromverteilung. Der Konzern hatte im Februar bereits ein dreistelliges Wachstum im reinen Rechenzentrumsgeschäft gemeldet. Rechenzentren und Netzwerke machen rund 30 Prozent der Aufträge aus. Zugekauft hat Schneider unter anderem Motivair, einen US-Anbieter für Rechenzentrumskühlung.
Als Gegenwind nennt das Unternehmen den schwachen Dollar. Für das Gesamtjahr rechnet es mit einem Währungseffekt von 400 bis 500 Millionen Euro Umsatzverlust.
Einordnung für Anleger
Die Zahlen bestätigen, dass der KI-Ausbau nicht nur bei Chipherstellern ankommt, sondern auch bei den Anbietern der physischen Infrastruktur. Strom, Kühlung und Verteilung sind knapp und wachsen mit. Das macht Schneider, aber auch Siemens, ABB und Legrand zu Profiteuren, solange die Rechenzentrumsinvestitionen weitergehen.
Das ist zugleich das Risiko. Wenn die KI-Finanzierung ins Stocken gerät, wie es sich in dieser Woche bei Kreditmärkten und Börsengängen angedeutet hat, trifft das auch die Bestellungen von Schneider. Zudem ist bei einer zweimaligen Anhebung binnen weniger Monate die Erwartungshaltung hoch. Wer investiert ist, sollte auf die Auftragslage im Rechenzentrumsgeschäft, den Währungseffekt und den Ausblick für 2027 achten. Zur Kursreaktion enthält die Meldung keine Angabe.



