28. September, 2026

Quartalszahlen

Südzucker: Ethanol und Spezialitäten treiben den Gewinn, Aktie springt um über 8 Prozent

Das operative EBITDA steigt im zweiten Quartal um rund 80 Prozent auf 168 Millionen Euro. Der Konzern hebt die Umsatzprognose an und stutzt die Ergebnisspanne von unten zurecht.

Südzucker: Ethanol und Spezialitäten treiben den Gewinn, Aktie springt um über 8 Prozent
Südzucker steigert das operative EBITDA im zweiten Quartal auf 168 Millionen Euro und hebt die Umsatzprognose auf 8,3 bis 8,7 Milliarden Euro an.

Ein Quartal, das die Erwartungen einholt

Südzucker hat im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026/27 (Juni bis August) deutlich mehr verdient. Das operative Konzern-EBITDA stieg auf 168 Millionen Euro, nach 93 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Das ist ein Plus von gut 80 Prozent, wie der Mannheimer Konzern am Montag mitteilte.

Zwei Segmente tragen die Verbesserung. Bei CropEnergies, dem führenden europäischen Hersteller von erneuerbarem Ethanol, sorgten höhere Ethanolpreise für Rückenwind. Im Segment Spezialitäten, zu dem unter anderem BENEO, Freiberger und die PortionPack Group gehören, legten die Absatzmengen zu. Das klassische Zuckergeschäft, das seit Jahren unter Preisdruck steht, spielt bei dem Sprung keine tragende Rolle.

Die neue Prognose im Detail

Auf Basis des Quartals konkretisiert Südzucker die Jahresziele für das bis Ende Februar 2027 laufende Geschäftsjahr:

  • Umsatz: 8,3 bis 8,7 Milliarden Euro, bisher 8,1 bis 8,5 Milliarden Euro. Beide Enden der Spanne steigen um 200 Millionen Euro. Im Vorjahr lag der Konzernumsatz bei 8,4 Milliarden Euro.
  • Ergebnis: 540 bis 680 Millionen Euro, bisher 480 bis 680 Millionen Euro. Es steigt nur die Untergrenze, die Obergrenze bleibt unverändert. Die Größe ist das operative Konzern-EBITDA.

Rechnerisch liegt die Mitte der neuen Ergebnisspanne bei 610 Millionen Euro. Die bisherige Markterwartung lag nach Angaben von Börsenportalen bei rund 602 Millionen Euro, beim Umsatz bei knapp 8,4 Milliarden Euro. Südzucker liegt damit leicht darüber, aber nicht spektakulär.

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Bemerkenswert ist der Zuschnitt der Anhebung. Wer die Untergrenze um 60 Millionen Euro hochsetzt und die Obergrenze stehen lässt, signalisiert mehr Sicherheit nach unten, aber keine Euphorie nach oben. Mit 140 Millionen Euro bleibt die Spanne zudem breit. Ob Südzucker am Ende eher bei 540 oder bei 680 Millionen Euro landet, hängt vor allem an zwei Größen, der Ethanolpreisentwicklung und der Nachfrage im Spezialitätengeschäft.

Zucker bleibt das Sorgenkind

Die ursprüngliche Prognose vom Dezember beruhte auf der Annahme, dass der Zuckermarkt „weiterhin sehr herausfordernd“ bleibt und im Segment Zucker keine signifikante Erholung zu erwarten ist. Daran hat sich laut aktueller Mitteilung nichts geändert. Die Erholung kommt aus den anderen Bereichen, insbesondere aus dem Ethanol. Das ist ein Geschäft, dessen Erträge stark von Preisen und Prämien abhängen und deshalb deutlich schwankungsanfälliger sind als ein stabiles Zuckergeschäft. Wer die Aktie kauft, kauft also derzeit vor allem eine Wette auf den Ethanolmarkt.

Die Börse reagiert deutlich

Die Aktie legte am Montagvormittag zeitweise um mehr als 8 Prozent zu. Bei Kursen um 12 Euro ist Südzucker weiterhin ein günstig bewerteter Titel, der lange keine gute Nachrichtenlage hatte. Entsprechend deutlich fällt die Reaktion auf eine Anhebung aus, die für sich genommen moderat ist.

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Der vollständige Bericht über das erste Halbjahr folgt am 8. Oktober 2026. Dann zeigen sich die Segmentzahlen im Detail, unter anderem, wie stark CropEnergies und Spezialitäten jeweils zum Ergebnis beigetragen haben und wie sich das Zuckergeschäft konkret entwickelt hat.