Saisonale Produkte treiben das Geschäft an
Die Hornbach-Gruppe hat dank einer starken Nachfrage der Heimwerker ein erfolgreiches erstes Halbjahr hingelegt. Der Umsatz kletterte in den ersten sechs Monaten des Bilanzjahres 2026/27 um sechs Prozent auf 3,8 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Der um Sondereffekte bereinigte operative Gewinn legte um knapp fünf Prozent auf 285,6 Millionen Euro zu, der Jahresüberschuss stieg um 1,8 Prozent auf 182,2 Millionen Euro.
Impulse seien von einer robusten Kundennachfrage insbesondere nach saisonalen Produkten wie Klimageräten und Artikeln zur Beschattung und Bewässerung ausgegangen. Hornbach konnte nach eigenen Angaben in Deutschland und anderen europäischen Ländern Marktanteile hinzugewinnen, ein Erfolg, den der Konzern vor allem seiner verlässlichen Preispolitik, dem Sortiment sowie den digitalen Angeboten zuschreibt.

Das zweite Quartal liefert zusätzlichen Schub
Besonders stark entwickelte sich das zweite Quartal, das von Juni bis August lief. Hier stieg der Nettoumsatz um 7,3 Prozent auf 1,81 Milliarden Euro, das bereinigte operative Ergebnis legte sogar um 12,8 Prozent auf 124,6 Millionen Euro zu, ein Tempo, das deutlich über dem Umsatzwachstum lag und auf eine spürbar verbesserte Profitabilität im Kerngeschäft hindeutet. Flächenbereinigt, also ohne den Effekt neu eröffneter Standorte, wuchs das Geschäft im gesamten ersten Halbjahr um vier Prozent.
Der größte operative Teilkonzern, die Hornbach Baumarkt AG, steigerte seinen Halbjahresumsatz um 5,9 Prozent auf 3,60 Milliarden Euro. Besonders dynamisch entwickelte sich dabei das Geschäft außerhalb Deutschlands mit einem Plus von 7,7 Prozent, in der Region Übriges Europa, die die Handelsaktivitäten in acht Ländern bündelt. Auch das Onlinegeschäft legte spürbar zu, um 8,6 Prozent auf 485,8 Millionen Euro.
Hornbach wächst schneller als der schwächelnde Gesamtmarkt
Die Entwicklung fällt in ein Branchenumfeld, das insgesamt alles andere als rosig ist. Der deutsche Baumarktmarkt kämpft weiterhin mit einer zurückhaltenden Konsumstimmung, höheren Kosten und einem nur schwach wachsenden Einzelhandel. Dass Hornbach in diesem Umfeld sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis zulegen und zugleich Marktanteile gewinnen konnte, unterstreicht, wie sehr sich der Konzern derzeit von der allgemeinen Branchenschwäche absetzt.
Expansion läuft weiter, auch über Zukäufe
Parallel zum laufenden Geschäft treibt Hornbach seine Expansion voran. Der Konzern investiert in weiteres Wachstum in Europa und übernimmt sechs Hellweg-Standorte in Deutschland, um das lokale Filialnetz zusätzlich zu stärken. Zum Stichtag Ende August betrieb die Hornbach Baumarkt AG 177 Filialen, eine mehr als im Vorjahr, bei einer Verkaufsfläche von 2,133 Millionen Quadratmetern, ein Plus von 0,7 Prozent.
Die Jahresprognose bleibt trotz geopolitischer Unsicherheiten unverändert
Für das Geschäftsjahr 2026/27 rechnet die Hornbach Gruppe weiterhin mit einem Nettoumsatz auf oder leicht über dem Niveau des Vorjahres von 6,4 Milliarden Euro, in Einklang mit der bereits am 19. Mai veröffentlichten Prognose. Trotz anhaltender geopolitischer Unsicherheiten und steigender Kosten sah sich das Management nicht veranlasst, die Jahresziele nach dem starken zweiten Quartal anzuheben, ein zurückhaltender Kurs, der angesichts der nach wie vor fragilen Konsumstimmung in der Baumarktbranche nachvollziehbar erscheint.
Für Anleger bleibt die zentrale Beobachtung, dass Hornbach seine Wachstumsgeschichte derzeit vor allem über Marktanteilsgewinne und internationale Expansion schreibt, während der eigentliche deutsche Heimatmarkt insgesamt kaum vom Fleck kommt, eine Strategie, die sich in den bisherigen Quartalen des laufenden Geschäftsjahres sichtbar ausgezahlt hat.


