Die Zahlen aus Wolfsburg sind ein Beben, das die Fundamente des größten europäischen Autobauers erschüttert. Ein Gewinneinbruch von 32,9 Prozent im zweiten Quartal ist keine statistische Unschärfe. Es ist der offene Ausverkauf einer Geschäftsstrategie.
Der Konzernergebnis nach Steuern fiel von soliden 2,29 Milliarden Euro auf magere 1,54 Milliarden Euro. Ein Verlust von fast 750 Millionen Euro operativer Substanz innerhalb von nur drei Monaten. Das ist kein Durchhänger, das ist ein Vernichtungsschlag gegen die Margin. Die alten Zeiten, in denen VW die Welt mit Verbrenner-Modellen im Verbund beließ und die Kassen füllte, sind unwiderruflich vorbei. Der Übergang zur E-Mobilität hat den Konzern an den Abgrund getrieben.
Ein Gewinneinbruch von fast 33 Prozent entlarvt die Strategie des Konzerns als fataler Fehlgriff
Volkswagen ist ein kolossaler Industriegigant, der auf einen massiven Transformations-Todesstoß reagiert. Die Absatzzahlen brechen ein, die Produktionskosten explodieren, und die Preise können nicht erhöht werden, weil die Konkurrenz aus China die Margen zerstört. Das alte Gesetz des Automobilbaus – hohe Stückzahlen bei befriedigenden Margen – ist gekippt.
Die verfehlte Elektro-Strategie ist der primäre Treiber dieser Hämorrhagie. VW baut Elektroautos, die teuer in der Produktion sind, aber nicht die Preise generieren, um diese Kosten zu decken. Der ID-Serie fehlt die sexiness, sie fehlen die Features, und sie fehlt die Preisvorteil gegenüber den BYGs und MGs aus China. Der Konzern presst high-cost Produkte in einen low-margin Markt. Das Resultat ist dieser dramatische Gewinnrückgang. Sie opfern die Margen der Verbrenner-Welt, um eine Elektrik-Welt zu subventionieren, die aktuell nicht profitabel ist. Das ist ein Geheim-Plan, der rückwärts läuft.
Die Software-Desaster um Cariad haben die Entwicklungskosten in die Stratosphere geschossen. Milliarden wurden verbrannt, ohne dass ein markttaugliches Produkt entstand. Diese Kosten lasten nun auf der Bilanz. Sie fressen den Gewinn auf, bevor er erwirtschaftet wird. Das Management hat den Turnaround der Software nicht geschafft. Die Kosten disease hat den Konzern infiziert. Sie können die Kosten nicht senken, weil sie die Transformation vorantreiben müssen. Sie können die Margen nicht erhöhen, weil die Kunden wegbleiben. Ein fataler Teufelskreis.
Die verfehlte Elektro-Strategie und die explodierenden Kosten zerstören das Fundament des Imperiums
Der Kern des Problems ist die mangelnde Preismacht. Volkswagen ist ein Volume-Player in einem Markt, der sich gegen Volume-Modelle richtete. Die Reichen kaufen Porsche oder Audi, die Massen kaufen Tesla oder BYD. VW sitzt in der Mitte und wird von beiden Seiten zerquetscht.
Die Rabatte, die der Konzert verteilt, um die Elektroautos an den Mann zu bringen, sind Margin-Killer. Sie verkaufen unter Herstellkosten, um die CO2-Ziele zu erreichen und die Software-Investitionen zu rechtfertigen. Das ist eine Subventionierung der Zukunft mit dem Blut der Gegenwart. Wenn der Gewinn um ein Drittel schrumpft, ist das die Quittung für diese Preis-Strategie.
Die Chip-Krise ist passé, aber die Kosten-Krise ist da. Die Materialpreise für Batterien sind hoch. Die Logik der Verbrenner-Welt, in der ein Golf einen sauberen Deckungsbeitrag lieferte, ist tot. Die neue Logik der Elektrik-World liefert pro Fahrzeug currently rote Zahlen. Der Konzern muss durch diesen Transitionssumpf, aber er verblutet dabei. Der Gewinn von 1,54 Milliarden Euro ist ein Warnschuss. Wenn der Sumpf nicht bald überquert ist, droht der totalen Absturz.

Der gigantische Kontrast zu Porsche offenbart die Misere der Massenproduktion
Die Misere wird im Kontrast zur eigenen Luxus-Sparte sichtbar. Porsche, die „Sport Luxury“-Markengruppe within the VW-Empire, hat im ersten Halbjahr den Gewinn gesteigert, obwohl der Absatz schwand. Sie haben weniger Autos verkauft, aber gnadenlos die Preise erhöht. Sie monetarisieren die Verbliebenen.
Volkswagen kann das nicht. VW kann keine Preise erhöhen, weil die Klientel wegrennt. Sie haben keine Pricing Power. Sie sind abhängig von der Masse. Die Masse ist preissensibel. Wenn VW den Preis um 5 Prozent erhöht, verlieren sie 10 Prozent der Kunden. Porsche erhöht den Preis um 10 Prozent und verliert 2 Prozent der Kunden, die sie ohnehin nicht brauchten.
Der Gewinnrückgang bei VW ist der Beweis, dass der Massenmarkt in Europa für den Konzern am Abgrund steht. Die Transformation erfordert high Investitionen, die der Massenmarkt nicht refinanzieren kann. Die Margin der Verbrenner-Welt bröckelt, die Margin der Elektrik-Welt ist negativ. Der Konzern fährt auf leeren Tank. Die Prognosen der Analysten sind missachtet. Der Markt hat erwartet, dass der Turnaround langsam greift. Die Zahlen zeigen: Der Turnaround ist a mess.
Volkswagen ist ein dinosaur, der blutend versucht, zu fliegen. Der Übergang zur E-Mobilität ist ein Todesstoß für das alte Geschäftsmodell. Die 1,54 Milliarden Euro sind ein Ablaßschein für eine Strategie, die nicht funktioniert. Wolfsburg brennt. Die Margin wird zerstört, die Kassen leeren sich, und der Abgrund ist näher als das Management es wahrhaben will. Der Gewinnbruch ist nicht ein Ende, es ist der Start eines langen, blutigen Abstiegs.

