Der Gewinneinbruch fällt deutlich schärfer aus als von Analysten erwartet
Ryanair hat im ersten Geschäftsquartal 2026/27 einen Nachsteuergewinn von 538 Millionen Euro ausgewiesen, ein Rückgang von 34 Prozent gegenüber den 820 Millionen Euro des Vorjahres. Der von Bloomberg erhobene Analystenkonsens hatte mit rund 624 Millionen Euro deutlich mehr erwartet, Analysten zeigten sich vom Ausmaß des Rückgangs entsprechend negativ überrascht.
Die Betriebskosten kletterten im gleichen Zeitraum um 11 Prozent auf 3,81 Milliarden Euro, während sich die Ticketpreise um 6 Prozent verbilligten. Diese Kombination aus steigenden Kosten und sinkenden Erlösen drückte direkt auf die Marge, obwohl die Passagierzahl um 6 Prozent auf 61,3 Millionen zulegte.

Der Iran-Krieg treibt die Kerosinpreise für den ungesicherten Anteil in die Höhe
Auslöser des Gewinneinbruchs ist der starke Anstieg der Ölpreise infolge des Kriegs gegen den Iran und der zeitweisen Schließung der Straße von Hormus. Ryanair hatte 80 Prozent seines Treibstoffbedarfs bis März zu 67 Dollar je Barrel abgesichert, die verbleibenden 20 Prozent blieben jedoch ungesichert und verteuerten sich auf rund 150 Dollar je Barrel, mehr als eine Verdopplung.
Um die Nachfrage trotz der Verunsicherung zu stützen, senkte die Airline die Ticketpreise selbst in der Hochsaison. Für das zweite Quartal liegen die Preise trotz zuletzt anziehender Buchungen weiterhin moderat unter Vorjahresniveau.
Finanzchef Sorahan bleibt vorsichtig optimistisch ohne konkrete Zahlen zu nennen
Für den weiteren Jahresverlauf äußerte sich Finanzchef Neil Sorahan zurückhaltend positiv, ohne sich auf eine Prognose festzulegen. „Wir sind gut aufgestellt für ein gutes, profitables Jahr, aber es ist zu früh, Zahlen zu nennen“, so Sorahan. Zusätzlich belasten anhaltende Lieferengpässe bei Boeing und Airbus sowie Triebwerksprobleme die Kurzstreckenkapazitäten der Branche, nach Einschätzung von Ryanair mindestens bis 2030.

Die Börse reagiert mit einem der schärfsten Kurseinbrüche der jüngeren Zeit
Anleger quittierten die Zahlen mit einem massiven Ausverkauf. Die Aktie brach in Dublin zeitweise um mehr als 7 Prozent auf rund 24,11 Euro ein, begleitet von einem auffällig hohen Handelsvolumen, bereits zur Mittagszeit wechselten mehr als doppelt so viele Aktien den Besitzer wie im Tagesdurchschnitt der vergangenen drei Monate. Damit notiert Ryanair rund 18 Prozent unter dem Stand zum Jahreswechsel, wenn auch weiterhin deutlich über den Tiefständen von April und Mai. Strukturell bleibt der Billigflieger dank Absicherung und schuldenfreier Bilanz jedoch solide aufgestellt.