Umsatz übertrifft die Schätzungen klar
Der wachsende Bedarf an KI-Servern hat Foxconn erneut einen überraschend kräftigen Wachstumsschub beschert. Der Umsatz stieg im dritten Quartal um 47 Prozent auf 3,03 Billionen Taiwan-Dollar, umgerechnet knapp 95 Milliarden Dollar, wie der Konzern am Montag mitteilte. Foxconn firmiert offiziell als Hon Hai Precision Industry. Analysten hatten mit rund 2,83 Billionen Taiwan-Dollar gerechnet, die Erwartung entspricht einer Schätzung von LSEG, die Prognosen mit besonders guter Trefferquote stärker gewichtet.
Der September war mit 1,16 Billionen Taiwan-Dollar der stärkste Monat der Firmengeschichte. Die Erlöse lagen 38 Prozent über dem Vorjahr, erstmals überschritt damit ein einzelner Monat die Marke von einer Billion. Schon im Juli und August hatte Foxconn Monatsrekorde über 900 Milliarden Taiwan-Dollar gemeldet. Zum Vergleich: Im zweiten Quartal lag der Umsatz bei 2,53 Billionen, das Wachstum bei 41 Prozent.

KI-Server sind jetzt das größte Geschäft
Der Motor bleibt die Sparte für Cloud- und Netzwerk-Produkte. Sie baut Serverracks für Nvidia und große Cloud-Anbieter, Foxconn ist nach Angaben von Beobachtern der größte Server-Lieferant von Nvidia. Nach Berechnungen von Marktbeobachtern machen KI-Server und Cloud-Produkte inzwischen rund 42 Prozent des Umsatzes aus und liegen damit vor dem klassischen Geschäft mit Verbraucherelektronik, das den Konzern lange prägte. Zusätzlich legte auch die Sparte Smart Consumer Electronics deutlich zu, wozu das iPhone zählt. Im September sorgte dort ein neuer Produktanlauf für den Zuwachs.
Ein Nachlassen der Nachfrage im KI-Bereich sei nicht in Sicht, betonte Foxconn. Die KI-bezogenen Geschäfte sollen im vierten Quartal weiter wachsen.
Ausblick: Wie immer ohne konkrete Zahlen
Der Konzern gibt traditionell keine konkreten Prognosen ab. Für 2026 stellt er ein „starkes“ Umsatzwachstum in Aussicht. Dank der traditionellen Hochsaison für Verbraucherelektronik in der zweiten Jahreshälfte erwartet Foxconn für das Gesamtjahr eine Entwicklung im Rahmen der Markterwartungen. Zugleich sei es „weiterhin notwendig, die Auswirkungen eines volatilen globalen politischen und wirtschaftlichen Umfelds zu beobachten“.
Kumuliert lag der Umsatz von Januar bis August bei einem Rekordwert von 6,51 Billionen Taiwan-Dollar, knapp 40 Prozent über dem Vorjahr.

Was Anleger beachten sollten
Foxconn gilt als Frühindikator für die KI-Investitionen, denn die Monatsumsätze zeigen, wie viele Systeme tatsächlich ausgeliefert werden. Das stützt auch Nvidia, dessen Aktie am Montag ein Rekordhoch erreichte. Die Zahlen sind ein weiterer Beleg dafür, dass die Ausgaben der Cloud-Konzerne nicht abreißen, trotz der Warnungen vor einer KI-Blase.
Zwei Einschränkungen bleiben. Erstens sind das reine Umsatzzahlen. Foxconn verdient an Auftragsfertigung vergleichsweise wenig pro Umsatz-Euro, und im zweiten Quartal wuchs der Gewinn mit 35 Prozent langsamer als der Umsatz mit 41 Prozent. Ob sich das im dritten Quartal fortsetzt, zeigt sich erst bei den detaillierten Ergebnissen am 12. November, die auch Einblick in Margen und Investitionspläne geben sollen. Zweitens hat sich Foxconn stark auf einen Trend ausgerichtet: Mit mehr als 40 Prozent Umsatzanteil hängt das Geschäft zunehmend an den Investitionsbudgets weniger Cloud-Konzerne.

