Thorsten Frei, der Parlamentarische Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsabgeordneten, äußerte Verständnis für die Bestrebungen Polens, das Recht auf Asyl vorübergehend auszusetzen. Grund ist eine neue hybride Kriegsführung, bei der Migranten als Druckmittel eingesetzt werden. Frei betonte, dass es selbstverständlich sei, dass Polen sich gegen die Übermittlung von Migranten durch Russland und Belarus wehre.
Mit Bezug auf den polnischen Ministerpräsidenten Donald Tusk, ehemals Präsident des Europäischen Rates, verteidigte Frei die polnische Position. Tusk wolle verhindern, dass die Integration durch eine massive Ankunft von Migranten überfordert werde. Frei zog hierbei einen Vergleich zu Deutschland und nutzte es als Beispiel dafür, wie die Integration durch unkontrollierte Zuwanderung herausgefordert werden kann.
In Bezug auf die Diskussion rund um das Gesetzespaket der Ampel-Koalition, das zielt auf mehr innere Sicherheit ab, sprach Frei sich gegen eine Zustimmung aus. Für die anstehende Abstimmung wird er dem Unionsfraktionsvorsitzenden Friedrich Merz die Ablehnung nahelegen, da er keine Gründe sieht, den vorgesehenen Gesetzespaketen zuzustimmen.
Zudem distanzierte sich Frei von einer Drittstaatenlösung mit den Westbalkan-Ländern für die Asylverfahren, wie die Union es vorschlägt. Eine solche Regelung, wie sie Italien mit Albanien getroffen hat, sieht Frei nicht als funktional für die EU oder Deutschland an. Er vermutet, dass Albanien bei Ablehnung von Asylanträgen Migranten über die Westbalkanroute nach Deutschland ziehen lasse. Frei kritisierte, dass Italien auf diese Weise seine Migrationsprobleme nach Westeuropa auslagere.