18. Juni, 2026

Politik

Ungeheuerliches Risiko für Unifil: Netanjahu fordert Abzug der Blauhelme aus dem Libanon

Ungeheuerliches Risiko für Unifil: Netanjahu fordert Abzug der Blauhelme aus dem Libanon

Während die Spannungen im Südlibanon weiter zunehmen, hat der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu den unverzüglichen Rückzug der UN-Mission Unifil aus den stark umkämpften Gebieten gefordert. Netanjahu äußerte gegenüber UN-Generalsekretär António Guterres, dass es an der Zeit sei, die Blauhelmsoldaten aus den Hochburgen der Hisbollah abzuziehen. Diese Ansicht kommt inmitten eskalierender Gewalt, in der israelische Panzer gewaltsam in einen Unifil-Stützpunkt eindrangen und das Haupttor zerstörten. Nach einer Protestaktion der UN vor Ort zogen sich die Panzer jedoch wieder zurück, ohne bleibenden Schaden am Personal zu hinterlassen.

Die Aufgabe von Unifil, die Einhaltung des Waffenstillstands nach dem Libanon-Konflikt 2006 zu überwachen, wird durch die begrenzten Befugnisse der Mission erschwert. Ein weiterer bedrohlicher Zwischenfall ereignete sich, als mehrere Mitglieder der Friedenstruppe nach einem Angriff gesundheitliche Probleme wie Hautreizungen erlitten. Währenddessen setzten die Kämpfe zwischen der israelischen Armee und der Hisbollah unvermindert fort, was zu einer humanitären Katastrophe führt. Tausende Menschen im Libanon sind auf der Flucht, die Zivilbevölkerung zahlt einen hohen Preis.

Netanjahu warf UN-Generalsekretär Guterres vor, die Unifil-Soldaten zu 'Geiseln der Hisbollah' zu machen, indem er sich gegen deren Rückzug stelle. Angesichts der anhaltenden Gefahren signalisierten jedoch viele beteiligte Nationen, ihre Truppen im Einsatz zu belassen. Eine internationale Verurteilung der Angriffe sowie Appelle zur Wahrung der Sicherheit der Einsatzkräfte kamen von rund 40 Staaten, darunter Deutschland.

Hohe Wellen schlug ein Telefongespräch zwischen US-Verteidigungsminister Lloyd Austin und seinem israelischen Amtskollegen, während Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni Israels Vorgehen scharf kritisierte. Meloni erinnerte daran, dass die Blauhelmsoldaten im Auftrag des UN-Sicherheitsrats agieren und zur Stabilisierung der Region beitragen sollen. Die italienischen Truppen stellen nach den indonesischen die zweitgrößte Kontingente in der Mission.

Gleichzeitig forderte Israels Militär die libanesische Zivilbevölkerung nochmals auf, Sicherheitszonen zu verlassen. Diese Appelle erscheinen auf der Plattform X, um weitere Opfer unter Unbeteiligten zu vermeiden. Inzwischen wird berichtet, dass auch medizinische Helfer nicht vor den Angriffen verschont bleiben. Das Rote Kreuz im Libanon bestätigte erneute Verletzungen von Sanitätern, und die WHO berichtete von zahlreichen Angriffen auf Gesundheitseinrichtungen.