Premierminister Justin Trudeau erhebt schwere Vorwürfe gegen indische Diplomaten und beschuldigt sie, kriminelle Belästigung und Gewalt gegen Kanadier zu unterstützen. Diese Anschuldigung ist Teil einer Auseinandersetzung, die im letzten Jahr begann, als Trudeau andeutete, dass indische Agenten in den Mord an einem kanadischen Sikh-Aktivisten in British Columbia verwickelt seien. Im Zuge der erhitzten Spannungen hat Kanada kürzlich sechs indische Beamte des Landes verwiesen, nachdem Indien die diplomatische Immunität der Betroffenen nicht für Befragungen aufheben wollte. Indien, das jede Verwicklung bestreitet, hat im Gegenzug ebenfalls sechs hochrangige kanadische Diplomaten ausgewiesen. Die Beziehungen zwischen Kanada und Indien könnten unter den gegenwärtigen Spannungen leiden, insbesondere im Hinblick auf Handel, Einwanderung und diplomatische Kooperation. Außenministerin Melanie Joly betonte, dass alle Maßnahmen, einschließlich Sanktionen, auf dem Tisch liegen. Der Handel zwischen den beiden Ländern beläuft sich derzeit auf 8,4 Milliarden Dollar, wobei beide Länder wichtige wirtschaftliche Güter austauschen. Zusätzlich stehen kanadische Offizielle mit alliierten Staaten in Kontakt, um die Situation zu bewerten. Die USA beschuldigen in einem separaten Fall einen indischen Agenten, in die Planung eines Attentats auf einen Sikh-Aktivisten involviert zu sein. Trudeau kritisiert die indische Regierung für ihr Verhalten in dieser Situation. Trotz der Spannungen bekräftigt der kanadische Minister für Exportförderung die Unterstützung der kanadischen Unternehmen in Indien. Trotz der gegenwärtigen Spannungen und der kurzzeitigen Aussetzung von Visa für indische Studenten im letzten Jahr bleibt das bilaterale Handelsvolumen zwischen Kanada und Indien im Vergleich zu Indien-USA eher gering. Die indische Regierung hat Trudeaus Anschuldigungen zurückgewiesen und als politisch motiviert bezeichnet.
Politik
Kanada- und India-Konflikt: Eskalation aufgrund diplomatischer Spannungen