09. Juli, 2026

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Yen auf Höhenflug: Erwartungen an Zinspolitik heizen Wechselkurse an

Yen auf Höhenflug: Erwartungen an Zinspolitik heizen Wechselkurse an

Der japanische Yen setzt seine jüngste Aufwertungsphase fort, getrieben von spekulativen Erwartungen, dass die Zinsdifferenz zwischen den USA und Japan geringer werden könnte. Im Gegenzug sank der US-Dollar auf 152,28 Yen, ein Niveau, das zuletzt Anfang Mai notiert wurde. Bemerkenswert hierbei: Noch am 11. Juli lag der US-Dollar bei 161,95 Yen, dem höchsten Stand seit Mitte der 1980er-Jahre.

Auch der Euro steht unter Druck und sank gegenüber dem Yen auf 165,17 Yen. Noch Mitte Juli wurde für einen Euro 175,43 Yen gezahlt. Die jahrelange lockere Geldpolitik der japanischen Zentralbank hatte dem Yen zugesetzt, da die Bank kaum auf die Inflationsentwicklung reagierte. Jüngste Devisenmarktinterventionen zur Währungsstützung und die Vermutung, dass eine Zinsanhebung schon in der kommenden Woche erfolgt, brachten dem Yen Aufwind.

Zusätzlich sendet die US-Wirtschaft schwache Signale, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass die Fed erstmals seit der Inflationswelle im September die Zinsen senken könnte. Diese Aussichten machen den Yen im Vergleich zum US-Dollar attraktiver.

Vor diesem Hintergrund geraten auch sogenannte 'Carry-Trades' unter Druck. Investoren, die Gelder in Yen zu niedrigen Zinsen aufnehmen und in höher verzinste Währungsräume investieren, könnten gezwungen sein, diese Positionen aufzulösen, was den Yen weiter stützen würde. Ein weiterer Effekt könnte ein Abfluss von Mitteln aus dem Aktienmarkt sein, besonders aus hoch bewerteten Techaktien, die sich zuletzt schwächer zeigten.

Bislang litt der Dollar nicht unter der Korrektur im Tech-Sektor, wie Ulrich Leuchtmann, Devisenexperte der Commerzbank, erläuterte. Vielmehr gerieten typische Hochzins-Währungen in Bedrängnis, während klassische Niedrigzins-Währungen wie der Yen und der Schweizer Franken von der Unsicherheit profitierten. Der Devisenmarkt sorge sich derzeit vor allem um die globalen konjunkturellen Folgen eines möglichen Platzens des AI-Booms.