10. Juli, 2026

Märkte

Wiener Börse verzeichnet weitere Verluste: Telekom Austria und EuroTeleSites im Fokus

Wiener Börse verzeichnet weitere Verluste: Telekom Austria und EuroTeleSites im Fokus

Der Wiener Aktienmarkt musste am Mittwoch erneut leichte Verluste hinnehmen. Der ATX schloss um 0,23 Prozent niedriger bei 3.674,86 Punkten, was den dritten Verlusttag in Folge markierte. Auch die führenden Börsen Europas verzeichneten überwiegend Kursverluste. Im Vorfeld der anstehenden EZB-Leitzinsentscheidung am Donnerstag hielten sich die Anleger zurück, was auch zu deutlichen Kursabschlägen an der Wall Street führte.

Im Zentrum der Berichterstattung standen vornehmlich Telekom Austria und EuroTeleSites mit ihren aktuellen Geschäftszahlen. Telekom Austria konnte im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres den Umsatz um ein Prozent auf 2,58 Milliarden Euro erhöhen, verzeichnete jedoch einen Rückgang des Periodenergebnisses um 12,5 Prozent auf 263 Millionen Euro. Dies wurde unter anderem mit höheren Abschreibungen auf Funktürme begründet. Die Analysten der Erste Group bezeichneten die operativen Ergebnisse als im Rahmen der Erwartungen und prognostizierten eine neutrale Marktreaktion. Die Aktie schloss mit einem Plus von 0,6 Prozent.

Auch die Zahlen der Sendemastenfirma EuroTeleSites waren im Fokus. Das Unternehmen steigerte den Umsatz im ersten Halbjahr um 7,9 Prozent auf 130,7 Millionen Euro und das Betriebsergebnis (Ebitda nach Leasingverhältnissen) um rund 15 Prozent auf 74 Millionen Euro. Die Analysten der Erste Group betonten, dass der Nettogewinn im zweiten Quartal ihre eigenen Prognosen übertraf, während der Umsatzausweis wie erwartet ausfiel. Dennoch verlor die Aktie von EuroTeleSites 1,3 Prozent.

Zudem äußerte sich die Deutsche Bank zu den Aktien der Erste Group und erhöhte ihr Kursziel von 50 auf 52 Euro, bekräftigte jedoch das Anlagevotum 'Buy'. Trotz eines Minus von 1,3 Prozent auf 46,48 Euro bleibt die Erste Group somit auf dem Radar der Anleger. Die Baader Bank bestätigte indes ihre Kaufempfehlung für die Aktien von Andritz und behielt das Kursziel von 83,0 Euro bei. Andritz-Aktien legten bescheidene 0,1 Prozent auf 56,20 Euro zu.

Weitere Schwergewichte wie Raiffeisen Bank International und Verbund konnten um 1,5 Prozent bzw. 0,8 Prozent zulegen. Voestalpine erhöhte sich um 0,6 Prozent. In einem europaweit schwachen Technologiesektor verzeichneten AT&S einen Rückgang von 2,3 Prozent aufgrund einer enttäuschenden Prognose des Chipausrüsters ASML. Auch die Aktien des Luftfahrtzulieferers FACC verloren 4,8 Prozent.

Auf fundamentaler Ebene gab es ebenfalls Bewegung: Die Inflationsrate in Österreich sank im Juni auf 3,0 Prozent, verglichen mit revidierten 3,3 Prozent im Mai, wie die Statistik Austria mitteilte. Dies stellt den niedrigsten Wert seit Juli 2021 dar.