08. Juli, 2026

Märkte

Wall Street gerät ins Schleudern: Internationale Börsen im freien Fall

Wall Street gerät ins Schleudern: Internationale Börsen im freien Fall

Der S&P 500 gab im Nachmittagshandel um 2,4% nach. Der Dow Jones Industrial Average stürzte um 864 Punkte bzw. 2,2% ab, während der Nasdaq Composite um 2,8% sank. Die Rückgänge sind das jüngste Kapitel eines globalen Ausverkaufs, der letzte Woche begann. Der japanische Nikkei 225 erlebte mit einem Einbruch um 12,4% den schlimmsten Tag seit dem Schwarzen Montag 1987. Für die Anleger in Tokio bot sich erstmals die Möglichkeit, auf den Bericht vom Freitag zu reagieren, der zeigte, dass US-Arbeitgeber im letzten Monat deutlich weniger Stellen geschaffen haben als erwartet. Dies schürt Ängste, die Federal Reserve hätte durch die hohen Zinsen die US-Wirtschaft zu stark gebremst. Profi-Investoren wiesen darauf hin, dass technische Faktoren die Marktentwicklungen verstärken könnten, doch die Verluste waren dennoch schwindelerregend. Der südkoreanische Kospi-Index fiel um 8,8%, europäische Aktienmärkte tauchten um mehr als 1% und Bitcoin rutschte von über 61.000 Dollar am Freitag auf unter 55.000 Dollar ab. Selbst Gold, traditionell ein sicherer Hafen in stürmischen Zeiten, verlor 1%. Trader spekulieren, ob die Schäden so schwerwiegend sind, dass die Federal Reserve in einer Notfallsitzung die Zinsen vor ihrer geplanten Entscheidung am 18. September senken muss. Die Rendite zweijähriger US-Staatsanleihen, die eng mit den Erwartungen an die Fed korreliert, fiel vormittags kurzzeitig unter 3,70%, erholte sich jedoch und zog auf 3,93% an. Das US-Wirtschaftswachstum hält an und eine Rezession scheint weiterhin nicht sicher. Die Fed balanciert zwischen zu aggressiven Zinserhöhungen, die die Wirtschaft abwürgen könnten, und zu sanften Maßnahmen, die der Inflation Auftrieb geben würden. Goldman Sachs-Ökonom David Mericle erhöhte die Wahrscheinlichkeit einer Rezession in den nächsten 12 Monaten auf 25%, beginnend bei 15%, da die Gesamtwirtschaftsdaten jedoch 'in Ordnung' seien. Einige der jüngsten Rückgänge an der Wall Street könnten auch das Entweichen von Luft aus einem Markt sein, der dieses Jahr in Erwartung von Zinssenkungen und einem KI-Hype neue Höhen erklomm. Der CEO von IG North America, JJ Kinahan, erklärte, dass viele aktuelle Sorgen auf nachlassende Euphorie rund um KI sowie auf einen Markt zurückzuführen sind, der seiner Zeit voraus war. Auch die Entscheidung der Bank of Japan, den Leitzins letzte Woche anzuheben, löste Unruhen aus. Dies stärkte den Wert des Yen und zwang Trader, Geschäfte aufzulösen, bei denen sie sich in Japan fast kostenlos Geld geliehen und weltweit investiert hatten. US-Aktien reduzierten am Montag ihre Verluste, nachdem ein Bericht zeigte, dass das Wachstum im Dienstleistungssektor stärker als erwartet war. Die Renditen von Staatsanleihen zogen angesichts dieser besser als erwarteten Daten ebenfalls nach. Dennoch erlitten Unternehmen, deren Gewinne eng mit der wirtschaftlichen Stärke verknüpft sind, starke Verluste aufgrund der Angst vor einem wirtschaftlichen Abschwung. Die Titel kleinerer Unternehmen im Russell 2000 Index fielen um 2,8%, was deren kürzliche Erholung abrupt stoppte. Zudem gerieten auch technologische Schwergewichte stark unter Druck. Apple, Nvidia und andere bekannte Namen der 'Magnificent Seven' verzeichneten erhebliche Rückgänge. Apple fiel um 3,9%, nachdem Warren Buffetts Berkshire Hathaway ihren Anteil am Unternehmen reduziert hatte. Nvidia rutschte sogar um 5,5% ab, da Berichte über Verzögerungen bei neuen KI-Chips die Prognosen der Analysten drückten. Zu den Marktsorgen kommen geopolitische Spannungen hinzu. Der Nahost-Konflikt zwischen Israel und Hamas könnte die Ölpreise stark beeinflussen, während die US-Wahlen zusätzliche Unruhe bringen könnten. Eine rezessionsbedingte Bedrohung könnte Vizepräsidentin Kamala Harris in die Defensive drängen, während eine Verlangsamung des Wachstums den ehemaligen Präsidenten Donald Trump zwingen könnte, alternative wirtschaftspolitische Ansätze zu präsentieren. Laut Quincy Krosby von LPL Financial bleibt die Verbindung zwischen Beschäftigung und Konsumausgaben ein Schlüsselthema im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen.