10. Juli, 2026

Märkte

Überraschender Kursaufschwung in Europas Märkten nach Bidens Rückzug

Überraschender Kursaufschwung in Europas Märkten nach Bidens Rückzug

Europas bedeutendste Aktienmärkte haben einen erholten Start in die Woche hingelegt, nachdem sie die Verluste vom Freitag wettgemacht haben. Die Märkte reagierten positiv auf die am Wochenende bekannt gewordene Nachricht, dass US-Präsident Joe Biden seine Kandidatur für die Präsidentschaftswahl 2024 zurückzieht. Interessanterweise blieb die üblicherweise erwartete Unsicherheit und Marktvolatilität aufgrund politischer Ereignisse diesmal aus, so Analyst Pierre Veyret vom Broker ActivTrades.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 legte am Montagmittag um 1,40 Prozent auf 4.894,71 Punkte zu, obwohl er in der Vorwoche mehr als vier Prozent eingebüßt hatte. Auch der französische Leitindex Cac 40 verzeichnete zu Wochenbeginn einen Anstieg um 1,24 Prozent auf 7.627,97 Zähler, während der britische FTSE 100 um 0,55 Prozent auf 8.200,80 Punkte stieg.

Anstatt seine Ära fortzusetzen, schlug Biden Vizepräsidentin Kamala Harris als Ersatzkandidatin vor. Harris kündigte an, dass sie für die Präsidentschaft kandidieren werde. Inmitten einer Woche, die von einem Attentat auf Donald Trump erschüttert wurde, erscheint die politische Szene nun wieder in Bewegung.

Investoren konzentrieren sich weiterhin stark auf die beginnende Bilanzsaison der Unternehmen und geldpolitische Entwicklungen. Ebenso bemerkenswert ist, dass Chinas Notenbank ihre Leitzinsen senkte, um die Wirtschaftsprobleme des Landes zu mildern. Diese Woche stehen bedeutende Quartalsberichte unter anderem von Alphabet, Tesla und LVMH sowie wichtigen europäischen Unternehmen an. Zudem werden Wirtschaftsdaten aus den USA, wie das Wirtschaftswachstum und der PCE-Preisindex, stark beachtet.

Besonders nachgefragt waren Technologiewerte, die erhebliche Verluste der vergangenen Tage wiedergutmachten. Der Sektorindex Stoxx Europe 600 Technology stieg gegen Mittag um 1,4 Prozent, nachdem er zuvor fast neun Prozent verloren hatte. Im Gegensatz dazu war der Freizeit- und Reisesektor mit durchschnittlichen Verlusten von etwa 1,8 Prozent das Schlusslicht des Branchentableaus.

Einzelne Unternehmen zogen besondere Aufmerksamkeit auf sich: Die Aktien von Ryanair erlitten einen Kurseinbruch von fast 15 Prozent, nachdem enttäuschende Quartalszahlen und ein negativer Ausblick präsentiert wurden. Dies trieb die Papiere auf den tiefsten Stand seit Ende Oktober und erhöhte den Jahresverlust auf nahezu 27 Prozent. JPMorgan-Analyst Harry Gowers betonte, dass die Airline selbst die pessimistischen Analystenschätzungen weit verfehlt habe, was die Markterwartungen für den Nettogewinn erheblich senken dürfte.

Auf der positiven Seite verteuerten sich die Anteilsscheine von Coloplast um 3,1 Prozent, nachdem Barclays die Titel des dänischen Medizinprodukte-Herstellers auf 'Overweight' hochgestuft hatte.