25. August, 2026

Politik

SPD sucht nach Kurskorrektur nach Europawahl-Niederlage

SPD sucht nach Kurskorrektur nach Europawahl-Niederlage

Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) befindet sich nach dem ernüchternden Ergebnis bei der Europawahl in einer Phase der Selbstreflexion und Neuausrichtung. Georg Maier, Landesparteichef von Thüringen, kritisierte das Führungsverhalten innerhalb der Partei und im Kanzleramt und forderte, dass die SPD "dringend vor der eigenen Haustüre kehren" müsse, um das Vertrauen der Wähler zurückzugewinnen.

Der linke Flügel der SPD plant, den Druck auf die Parteiführung in den anstehenden Haushaltsverhandlungen der Ampelkoalition durch ein Mitgliederbegehren zu erhöhen.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil stärkte hingegen Kanzler Olaf Scholz den Rücken. Scholz sei "unangefochten als die Nummer eins" der Partei zu sehen, betonte Weil in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin". Er erklärte weiter, dass alle relevanten Teile der SPD geschlossen mit Scholz in die nächste Wahlauseinandersetzung gehen möchten, basierend auf einer hoffentlich stärkeren Grundlage als zuletzt.

Weil appellierte zudem an die Geschlossenheit der Partei und verglich die Situation mit einem verlorenen Fußballspiel: "Man muss in der Kabine Klartext miteinander reden, aber dann auch wieder geschlossen aufs Feld gehen."

Mit einem historischen Tiefstand von 13,9 Prozent bei der Europawahl führte die SPD eine Krisensitzung ihres Parteipräsidiums durch, um die Konsequenzen aus dem Wahlergebnis zu ziehen. Konkrete Ergebnisse dieser Besprechung wurden zunächst nicht bekannt.