Kritik bestraft: FIFA feuert hochrangigen Funktionär
Kevin Lamour ist raus. Der hochrangige FIFA-Funktionär wurde von der Weltorganisation des Fussballs entlassen – nur drei Wochen nachdem er öffentlich den Kurs von Präsident Gianni Infantino kritisiert hatte. Die Entlassung sorgt für Aufsehen im internationalen Fusballgeschäft und wirft ein Licht auf die Machtverhältnisse an der Spitze des Weltverbandes. Die genauen Gründe für die Trennung wurden von der FIFA bislang nicht detailliert kommuniziert.

Lamour gehörte zu den einflussreichsten Personen hinter den Kulissen der FIFA. Seine Entlassung sendet ein klares Signal: Wer die strategischen Pläne von Infantino öffentlich infrage stellt, muss mit Konsequenzen rechnen. Die Aktion zeigt, wie sensibel der Verband auf interne Kritik reagiert und wie eng die Zügel unter der gegenwärtigen Führung gezogen sind.
Das Timing ist brisant – Zufall oder Botschaft?
Genau 21 Tage zwischen der kritischen Aussage und der Entlassung – zu kurz, um ein Zufall zu sein. Lamour hatte sich zu Infantinos Reformplänen für die FIFA geäussert und dabei Bedenken angebracht, die von anderen Funktionären im Verband stillschweigend geteilt werden dürften. Statt seine Position zu verfestigen oder intern über Änderungen zu diskutieren, reagierte die Führung mit der Entlassung.

Dieses Vorgehen erinnert an frühere Kontroversen rund um die FIFA-Führung. Infantino, seit 2016 an der Spitze, hatte sich bereits mehrmals mit kritischen Stimmen auseinandergesetzt. Dieses Mal aber ist die Reaktion schneller und härter. Der schnelle Schnitt lässt vermuten, dass die FIFA-Spitze nicht bereit ist, sich von innen heraus unter Druck setzen zu lassen.
Was Lamours Kritik betraf – und warum sie problematisch war
Lamour hatte sich zu den geplanten Strukturänderungen der FIFA geäussert, die Infantino und sein Team vorantreiben. Diese betreffen sowohl die Organisation von Turnieren als auch die Finanzverteilung an Nationalverbände und Clubs. Solche Pläne sind im professionellen Fussball nicht unumstritten – Reformskeptiker befürchten weniger Mitsprache für kleinere Verbände und eine weitere Zentralisierung der Macht in Zürich.
Lamours öffentliche Kritik traf einen Nerv. Während andere Funktionäre ihre Bedenken lieber privat äussern, wagte er es, klar Stellung zu beziehen. Das machte ihn für die Infantino-Administration zu einem Risiko – und möglicherweise zum Beispiel für andere Kritiker im Apparat.
Zeigt die FIFA Muskeln – oder Angst vor der Wahrheit?
Die schnelle Entlassung lässt zwei Interpretationen zu. Einerseits kann man darin eine Demonstration von Autorität sehen: Infantino zeigt, dass Kritik im Verband teuer werden kann. Andererseits könnte die Schnelligkeit auch Nervosität offenbaren – eine Art Überreaktion auf berechtigte Einwände, die das Vertrauen in die Reformpläne erschüttern könnten.
Für andere Führungskräfte in der FIFA ist die Botschaft eindeutig angekommen. Wer etwas zu sagen hat, sollte es privatim tunén oder schweigen. Das ist unter modernen Governance-Standards problematisch. Ein funktionierender Verband braucht interne Debatten, nicht Einschüchterung. Die Entlassung Lamours könnte das Klima innerhalb der FIFA weiter vergiften und zeigt, dass unter Infantino kritische Stimmen nicht willkommen sind.


