09. Juli, 2026

Märkte

Siltronic-Aktie erholt sich nach angehobenen Jahreszielen

Siltronic-Aktie erholt sich nach angehobenen Jahreszielen

Am Donnerstag führte die Anhebung der Jahresziele zu einer signifikanten Erholung der Siltronic-Aktie, die sich damit der allgemeinen negativen Börsenstimmung widersetzte. Im MDAX setzte das Papier mit einem Anstieg von 6,7 Prozent auf 75,60 Euro an die Spitze und stabilisierte sich innerhalb der seit Ende April bestehenden Handelsspanne zwischen 70 und 78 Euro.

Noch vor drei Monaten hatte der Hersteller von Halbleiterwafern seine Jahresprognose aufgrund weiterer Verzögerungen bei der Markterholung und hoher Lagerbestände der Kunden überraschend gesenkt. Dies führte zu einem zusätzlichen Druck auf die seit Jahresbeginn schwächelnde Aktie, die derzeit im laufenden Jahr einen Verlust von 14,5 Prozent verzeichnet.

Ein Händler kommentierte das unerwartete optimistischere Auftreten von Siltronic angesichts weiterhin schwieriger Geschäftslagen als "nicht unbedingt erwartbar". Jefferies-Analyst Constantin Hesse bewertete das zweite Quartal als solide, trotz geringer Erwartungen, und bleibt positiv für die Aktie gestimmt, auch wenn der Tiefpunkt noch länger andauern könnte.

Jürgen Wagner, Analyst bei der Investmentbank Stifel, stufte die Quartalszahlen als "besser als befürchtet" ein. Er geht davon aus, dass die Konsensschätzung für das Jahresergebnis je Aktie um mehr als zehn Prozent steigen könnte. Zudem sei die Rendite-Risiko-Struktur der Aktie positiv, da der Abschwung weit fortgeschritten sei und ein Aufschwung bis 2025 erwartet wird.

Trotz der schwierigen Geschäftslage schaut Siltronic nun etwas optimistischer auf das laufende Jahr. Der Umsatz im zweiten Quartal stieg im Vergleich zum ersten Jahresviertel leicht an, während das operative Ergebnis weitgehend stabil gehalten werden konnte. Siltronic rechnet für 2024 mit einem Umsatz im hohen einstelligen Prozentbereich unter dem Vorjahreswert von gut 1,5 Milliarden Euro und erwartet eine Ebitda-Marge von 23 bis 25 Prozent. Im April hatte das Unternehmen noch einen Umsatzrückgang von rund 10 Prozent und eine Marge von 21 bis 25 Prozent prognostiziert.

Siltronic-CEO Michael Heckmeier relativierte jedoch die optimistischen Aussichten und wies darauf hin, dass das durch den KI-Trend getriebene Wachstum der Endmärkte angesichts hoher Lagerbestände der Kunden sich bisher nicht in der Auftragslage widerspiegle.