In einer emotionalen Rede hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj vor dem Deutschen Bundestag eindringlich dazu aufgerufen, den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine gemeinsam zu beenden. „Es ist unser gemeinsames Interesse, dass Putin diesen Krieg persönlich verliert“, betonte Selenskyj und warnte davor, Russland weiteren Eroberungen in Europa zu gestatten. Der ukrainische Präsident wurde von den anwesenden Abgeordneten mit starkem Beifall empfangen und betonte die Dringlichkeit eines gemeinsamen Sieges über Russland, das die Konsequenzen für seine Aggression vollständig tragen müsse. Begleitet von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, trat Selenskyj vor das ausgesprochen gut besuchte Plenum, in dem sich auch Bundesratspräsidentin Manuela Schwesig und Bundeskanzler Olaf Scholz mit seinem gesamten Kabinett befanden. Vor dem Rednerpult schmückten Blumengestecke in den ukrainischen Nationalfarben Blau und Gelb die Plätze der Parlamentsstenografen, während Selenskyj seine Rede hielt, die wiederholt von spontanem Applaus unterbrochen wurde und letztlich in minutenlangen stehenden Ovationen mündete. Selenskyj würdigte die deutsche Unterstützung, insbesondere die Lieferung von Patriot-Flugabwehrsystemen, und betonte deren Rolle bei der Rettung zahlreicher Menschenleben. Im Kontext der eigenen Geschichte Deutschlands während des Kalten Krieges appellierte er an das Verständnis der Deutschen für die Situation der Ukraine. Kein Land dürfe durch Stacheldrahtmauern in leidvolle Segmente geteilt werden, betonte er. Auch die bevorstehende Friedenskonferenz in der Schweiz fand Erwähnung, wobei Selenskyj die Bedeutung der Diplomatie unterstrich. Dabei erinnerte er an seinen ersten Auftritt vor dem Bundestag im März 2022, kurz nach Beginn des Krieges, der damals per Videolink erfolgte. Die Bundestagspräsidentin Bärbel Bas sicherte Selenskyj die Solidarität des Parlaments in Kriegs- und Wiederaufbauzeiten zu und betonte, dass die russischen Kriegsverbrechen geahndet würden. Der Großteil der Abgeordneten war bei der Sitzung anwesend, lediglich die AfD-Fraktion fehlte bis auf vier Mitglieder, und die Gruppe BSW hatte ihre Abwesenheit im Vorfeld angekündigt.
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Selenskyj im Bundestag: Emotionaler Appell für geeintes Europa