Verteidigungsminister Boris Pistorius hat seine Forderung nach einer Reform der Schuldenbremse eindringlich untermauert. Der SPD-Politiker wählte beim Wirtschaftstag des CDU-Wirtschaftsrats eine markante Metapher, um den gegenwärtigen Reformbedarf zu illustrieren: "Es wäre ungefähr so, als wenn ich versuchen wollte, mit einer Dampflokomotive zum Mond zu fliegen." Die aktuellen Herausforderungen, darunter die finanzielle Bewältigung der Corona-Pandemie, die Unterstützung der Ukraine und die „Kriegstüchtigkeit“ der Bundeswehr, erfordern laut Pistorius eine Anpassung der 15 Jahre alten Regelung. Er argumentierte, dass es wenig nütze, eine geringere Verschuldung anzustreben, wenn dies die Verteidigungsfähigkeit des Landes beeinträchtige. Pistorius hat sogar vorgeschlagen, Verteidigungsausgaben und Teile der Krisenvorsorge von der Schuldenbremse auszunehmen – ein Vorschlag, den Finanzminister Christian Lindner (FDP) strikt ablehnt. Mit Blick auf die bevorstehenden Haushaltsverhandlungen für das Jahr 2025 räumte der Verteidigungsminister ein, dass der Ausgang ungewiss sei. Er habe einen „moderaten Aufwuchs von Mitteln“ gefordert, doch es sei unklar, ob dieser gewährt werde und wie bestehende Lücken geschlossen werden sollen, sollte die Finanzierung nicht ausreichen. Finanzminister Lindner reagierte auf Pistorius' Metapher mit einem eigenen Bild und betonte auf der Plattform X, dass die Schuldenbremse keine „Kohle verbrennt“, sondern im Gegenteil Steuergeld für Zinsen spart und den Haushalt vor künftigen Lasten schützt. Seiner Ansicht nach fungiert sie damit als eine Art „Erneuerbare Energie“.
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Schuldenbremse am Pranger: Ein Reformbedarf in turbulenten Zeiten?