Die großangelegten Beratungen der Staats- und Regierungschefs beim G7-Gipfel in Süditalien konzentrieren sich auf die Nutzung der Zinserträge aus eingefrorenem russischen Staatsvermögen zur Finanzierung von Waffen für die Ukraine. Die US-Regierung bekräftigt, dass die Verhandlungen auf einem guten Weg sind und eine abschließende Entscheidung während des Treffens der sieben großen westlichen Industrienationen erwartet wird.
Am Rande des Gipfels steht die Unterzeichnung eines bilateralen Sicherheitsabkommens zwischen US-Präsident Joe Biden und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj auf der Agenda. Der Nationale Sicherheitsberater Jake Sullivan kündigte an, dass das Abkommen keine Verpflichtung zum Einsatz amerikanischer Streitkräfte beinhalten werde, sondern die Ukraine in die Lage versetzen soll, sich selbst zu verteidigen. Dieses Abkommen ist eine präventive Maßnahme auf dem Weg zu einer möglichen NATO-Mitgliedschaft der Ukraine.
Parallel werden weitere zentrale Themen wie der russische Angriffskrieg, der Gaza-Konflikt, schwierige Handelsbeziehungen zu China und die Migrationsproblematik besprochen. Diese Themen stehen im Mittelpunkt der dreitägigen Verhandlungen im Luxushotel 'Borgo Egnazia', das erstmals auch den Papst als Ehrengast begrüßt. Rund 5000 Sicherheitskräfte sorgen für die Sicherheit der Veranstaltung.
Ein ranghoher EU-Beamter erklärte bereits im Vorfeld des Gipfels, dass die Zinserträge aus eingefrorenem russischen Staatsvermögen genutzt werden könnten, um einen Kredit in Höhe von 50 Milliarden US-Dollar für die Ukraine bereitzustellen. Der Bärenanteil dieser Gelder, etwa 210 Milliarden Euro, befindet sich innerhalb der Europäischen Union und wirft jährlich Milliardenerträge ab.
Des Weiteren spekulieren Medien über die mögliche Bereitstellung eines weiteren Patriot-Flugabwehrsystems durch die USA. Die USA haben zudem anlässlich des Gipfels neue Sanktionen gegen Unterstützer des russischen Krieges, darunter auch chinesische Firmen, verhängt. Dies ist ein erneuter Versuch, Moskau den Zugang zu kriegswichtigen Gütern zu erschweren.
Der G7-Gipfel bildet den Abschluss einer Gipfelserie, die mit einer Wiederaufbaukonferenz für die Ukraine in Berlin begann und mit der Ukraine-Friedenskonferenz in der Schweiz endet. Rund 40 Staats- und Regierungschefs sind bereits für diese Konferenz gemeldet.