10. Juli, 2026

Märkte

Porsche auf Abwärtskurs: Prognosekappung schockt den Markt

Porsche auf Abwärtskurs: Prognosekappung schockt den Markt

Die jüngste Kappung der Jahresprognosen hat am Dienstag einen erheblichen Druck auf die Aktien des Sportwagenbauers Porsche ausgeübt. Die Erholungsgewinne, die seit Monatsbeginn verzeichnet wurden, sind nahezu vollständig verloren. Auch die Papiere der Porsche SE, der Holdinggesellschaft des Unternehmens, erlitten Einbußen und fielen kurzzeitig auf den tiefsten Stand seit Mai 2020, obwohl die VW-Dachgesellschaft ihre eigenen Ziele bestätigt hat. Porsche SE ist maßgeblich über einen Mehrheitsanteil an Volkswagen (VW) an der Porsche AG beteiligt und hält weitere 12,5 Prozent direkt. Das Nachsteuer-Ergebnis der Holding wird dabei stark von diesen beiden Kernbeteiligungen beeinflusst.

Zur Mittagszeit verzeichneten die Aktien der Porsche AG, die ihren Halbjahresbericht zur Wochenmitte vorlegen wird, einen Rückgang von 4,2 Prozent und notierten bei 69,60 Euro. Damit sind sie nicht nur Schlusslicht im Dax, sondern nähern sich auch ihrem Rekordtief von etwas unter 66 Euro, das sie Anfang Juli erreicht hatten. Auch die Aktien der Holdinggesellschaft Porsche SE gaben um 2,4 Prozent auf 41,67 Euro nach. Im bisherigen Jahresverlauf sieht es für beide Papiere wenig rosig aus: Die Verluste der Porsche AG belaufen sich inzwischen auf 13 Prozent, während die Aktien der Porsche SE um 10 Prozent nachgegeben haben.

Analysten hatten ursprünglich davon ausgegangen, dass die Porsche AG ihre selbst gesetzten Ziele für 2024 erreichen würde, trotz der aktuellen Herausforderungen auf dem wichtigen chinesischen Markt. Doch die überraschende Anpassung der Ziele aufgrund von Problemen bei einem Aluminium-Zulieferer sorgte für Verwirrung am Markt. Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar von RoboMarkets kritisiert, dass Lieferengpässe nicht allein für die schwache Nachfrage nach Luxusfahrzeugen, speziell in China, verantwortlich gemacht werden können. Seiner Meinung nach seien Autos allgemein derzeit kein attraktives Thema für Aktionäre.

Ein Händler betonte zudem, dass die Probleme zwar auf "höhere Gewalt" zurückzuführen seien, dies jedoch wenig nütze, wenn der neue Ausblick die Konsensschätzungen deutlich verfehlt. Philippe Houchois vom Analysehaus Jefferies wies zudem darauf hin, dass der neue Elektro-Macan überproportional von den Störungen bei den Aluminiumzulieferern betroffen sein könnte. Houchois prognostiziert, dass der neue Mittelwert der Umsatzprognosespanne sowie die neue operative Ergebnismarge zu einer um 15 Prozent sinkenden Konsensschätzung der Ebit-Marge führen dürften.

Analyst Michael Raab von Kepler Cheuvreux sieht jedoch einen kleinen Lichtblick inmitten der negativen Nachrichten: Da die Warnung offenbar nicht auf die Situation in den Endmärkten zurückzuführen ist, könne dies als positiver Aspekt betrachtet werden. Dennoch, so Raab, sei der Aktien-Story von Porsche ein Dämpfer verpasst worden, da die Produktionsunterbrechungen Umsätze und Margen vom Geschäftsjahr 2024 in das Jahr 2025 verschieben würden. Nur die Zahlen für das zweite Quartal könnten dieses Problem lösen und zeigen, dass das Unternehmen operativ auf einem guten Weg ist, insbesondere durch eine positive Margendynamik im Quartalsvergleich.