Die Ölpreise haben am Montag ihren Abwärtstrend der letzten Handelstage fortgesetzt. Während die Notierungen im frühen Handel nur leicht nachgaben, beschleunigte sich der Preisverfall im Laufe des Tages deutlich. Eine allgemein negative Stimmung an den Finanzmärkten, angeführt von einem markanten Kurseinbruch an den asiatischen Börsen, trug maßgeblich dazu bei, die Ölmärkte weiter in die Tiefe zu ziehen.
Am Nachmittag kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Oktober 75,65 US-Dollar. Dies entsprach einem Rückgang von 1,16 Dollar gegenüber dem Preis vom Freitag und markierte den niedrigsten Stand seit Jahresbeginn. Parallel dazu fiel der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im September um 1,21 Dollar auf 72,31 Dollar.
Bereits zu Beginn der Woche hatten sich Rezessionsängste in den USA negativ auf die Finanzmärkte ausgewirkt. Jüngst enttäuschten US-Konjunkturdaten, insbesondere ein unerwartet schwacher Arbeitsmarktbericht der US-Regierung, hatten die Sorgen über eine Rezession und eine damit verbundene geringere Nachfrage am Ölmarkt verschärft. Die Arbeitslosenquote in den USA war im Juli auf den höchsten Stand seit nahezu drei Jahren gestiegen.
Doch nicht nur die USA sorgten für Unsicherheit: Auch schwache Konjunkturdaten aus China hatten in den letzten Wochen immer wieder Nachfragesorgen am Ölmarkt geschürt. Seit Anfang Juli hat sich Brent-Öl um mehr als zehn Dollar je Barrel verbilligt.
In diesem Kontext konnte auch die Aussicht auf eine mögliche Eskalation in der ölreichen Region des Nahen Ostens die Ölpreise nur kurzzeitig stützen. Laut US-Regierung kann Israel im Falle eines Angriffs durch den Iran fest mit Verteidigungshilfe durch das US-Militär rechnen. Angesichts jüngster Drohungen des Irans, Israel anzugreifen, bleibt jedoch weiterhin unklar, wann und wie ein potenzieller Vergeltungsschlag erfolgen könnte.