26. August, 2026

Politik

Neuer Gesetzesentwurf fördert Herz-Checks zur Prävention von Kreislauferkrankungen

Neuer Gesetzesentwurf fördert Herz-Checks zur Prävention von Kreislauferkrankungen

Ein umfassendes Präventionsprogramm zur Erkennung und Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen soll ab 2025 in Kraft treten. Das 'Gesundes-Herz-Gesetz', initiiert von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD), sieht regelmäßige herzmedizinische Untersuchungen vor. Ein entsprechender Referentenentwurf wurde nun in die Ressortabstimmung gegeben und zielt darauf ab, Krankheiten des Kreislaufsystems frühzeitig zu erkennen und entsprechenden Therapien angedeihen zu lassen.

Erwachsene sollen dem Entwurf zufolge im Alter von 25, 35 und 50 Jahren zu Herz-Checks verpflichtet werden. Aber auch bei Kindern und Jugendlichen soll durch entsprechende Untersuchungen geprüft werden, ob erbliche Gründe für Fettstoffwechsel-Störungen vorliegen. Hinzu kommt eine geplante Erweiterung der Verschreibungsmöglichkeiten für Medikamente zur Rauchentwöhnung und zur Senkung des Cholesterinspiegels.

Die Finanzierung dieses Programms wird von den Krankenkassen übernehmen. Zudem sollen Herz-Checks auch in Apotheken durchgeführt werden können. Ein wesentliches Argument für das Gesetz liefert das Statistische Bundesamt: Im Jahr 2020 verursachten Krankheiten des Kreislaufsystems Krankheitskosten in Höhe von 56,7 Milliarden Euro. Das Gesundheitsministerium rechnet durch verstärkte Früherkennung und ambulante Therapien mit Einsparungen in der Gesetzlichen Krankenversicherung von rund 140 Millionen Euro pro Jahr während der ersten beiden Jahre nach Inkrafttreten. Vier Jahre danach könnten Einsparungen von etwa 510 Millionen Euro pro Jahr erreicht werden.

Dem Robert Koch-Institut zufolge sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Deutschland die häufigste Todesursache, verantwortlich für etwa 40 Prozent aller Sterbefälle, rund 350.000 Menschen pro Jahr. Laut dem Gesundheitsministerium ist dieses Gesetz auch deswegen unabdingbar, weil in Deutschland eine geringere Lebenserwartung im Vergleich zu anderen westeuropäischen Ländern sowie ein Defizit in der Prävention und Früherkennung vorliegt.