16. August, 2026

Politik

Medwedew beansprucht Ukraine zum russischen Nationalfeiertag

Medwedew beansprucht Ukraine zum russischen Nationalfeiertag

Dmitri Medwedew, der frühere Kremlchef, sorgt für Aufsehen, indem er die gesamte Ukraine als Teil Russlands reklamiert. Anlässlich des russischen Nationalfeiertags postete er am Mittwoch auf seinem Telegram-Blog eine animierte Grafik, die von der russischen Hymne untermalt wurde. In der Grafik ist die weiß-blau-rote Flagge über einer Karte Russlands zu sehen, die die gesamte Ukraine bis zu den Grenzen mit Polen, der Slowakei und Ungarn als russisch markiert. Interessanterweise blieb das verbündete Belarus von der Darstellung unberührt. Während des mittlerweile über zwei Jahre andauernden Konflikts hat es diverse und teils widersprüchliche Äußerungen aus Moskau bezüglich der territorialen Ambitionen Russlands in der Ukraine gegeben. Offiziell erklärte das Kreml, die vollständige Eroberung der vier ukrainischen Gebiete Luhansk, Donezk, Saporischschja und Cherson anzustreben. Es gibt jedoch auch weitergehende Überlegungen bezüglich Charkiw im Osten und Odessa im Süden sowie sogar hinsichtlich der Hauptstadt Kiew. Im April äußerte Außenminister Sergej Lawrow, dass lediglich die Zukunft der Westukraine um Lwiw offen sei. Medwedew, der von 2008 bis 2012 als Präsident eine liberale Hoffnungsträger Russlands galt, hat sich seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine zu einem der härtesten Befürworter des Krieges entwickelt. Als Vizechef des nationalen Sicherheitsrates rechtfertigt er den Krieg regelmäßig mit provokanten Beiträgen in sozialen Netzwerken. Der russische Nationalfeiertag geht auf den 12. Juni 1990 zurück, als das Parlament der Sowjetrepublik Russland die staatliche Souveränität und praktisch die Unabhängigkeit von der zerfallenden Sowjetunion erklärte. Präsident Wladimir Putin nutzte die Gelegenheit, um in Moskau Staatspreise für Leistungen in Kultur und Technik zu überreichen. Er appellierte an die nationale Geschlossenheit angesichts des Krieges, den er selbst initiiert hat. "In dieser schweren Zeit verbinden uns Patriotismus und Verantwortung für das Schicksal der Heimat", erklärte er laut der Agentur Tass.