Der Gabelstaplerhersteller Kion hat seine Prognose aufgrund veränderter Geschäftsaussichten angepasst. Im Gegensatz zu den früheren Erwartungen eines leichten Wachstums prognostiziert das Unternehmen nun, dass der globale Markt für Flurförderzeuge in 2024 auf Vorjahresniveau bleiben wird. Ebenso wird der Markt für Lieferkettensysteme leicht rückläufig erwartet. Deshalb soll Kions Umsatz für dieses Jahr zwischen 11,3 und 11,7 Milliarden Euro liegen. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) wird nun auf 830 bis 920 Millionen Euro geschätzt. Beide Enden der jeweiligen Spannen wurden damit eingeengt, was den Anlegern missfiel. Die Aktie des Unternehmens verlor über 3 Prozent und war somit das Schlusslicht im MDax, dem Index der mittelgroßen Werte. Damit näherte sich die Aktie dem tiefsten Stand seit Jahresbeginn. Analysten verweisen auf gesunkene Absatzerwartungen. Kions Finanzchef Christian Harm wollte den Schritt jedoch nicht als Dämpfer verstanden wissen. Stattdessen handelt es sich seiner Ansicht nach um ein Zeichen der Zuversicht angesichts der nun engeren Margenbandbreite. Kion sei gut aufgestellt für die zweite Jahreshälfte, und das abgelaufene zweite Quartal bewertete Harm als 'solide'. Im zweiten Quartal arbeitete Kion etwas profitabler als erwartet. Der Konzern erzielte im Tagesgeschäft (bereinigtes Ebit) über 220 Millionen Euro, was einem Plus von 14,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht und die Analystenerwartungen übertraf. Allerdings verschlechterte sich die Marge im Kerngeschäft mit Gegengewichtsstaplern und Lagertechnikfahrzeugen im Vergleich zum Jahresauftakt wie erwartet etwas. Sie blieb jedoch im zweistelligen Bereich und soll es laut Harm auch im zweiten Halbjahr sowie im Gesamtjahr bleiben. Das seit längerem unter Druck stehende Automationsgeschäft von Kion zeigte Anzeichen einer Erholung und verbesserte die operative Marge sowohl im Vergleich zum ersten Quartal als auch zum Vorjahreszeitraum. Das Segment befindet sich laut Harm auf einem 'Pfad der stetigen Verbesserung', unterstützt durch Kosteneinsparungen, Restrukturierung und den Abbau unprofitabler Altprojekte. Eine zweistellige Marge erwartet der Vorstand jedoch erst 2027. Im abgelaufenen Halbjahr zeigten sich auch die schleppende Wirtschaft und die zurückhaltende Investitionsbereitschaft der Kunden bei Kion. Der Umsatz verharrte auf Vorjahresniveau von knapp 2,9 Milliarden Euro und entsprach somit den Erwartungen. Beim Auftragseingang von gut 2,6 Milliarden Euro lagen die Ergebnisse etwas unter den Erwartungen, es ging leicht zurück. Die makroökonomische Unsicherheit ist spürbar, so Harm. Besonders bei größeren Projekten halten sich die Kunden zurück und die Diskussion um sich verschiebende Zinssenkungen trägt ihren Teil dazu bei. Die grundlegenden Treiber wie der Trend zur Automatisierung und der globale Handel seien jedoch weiterhin intakt. Bereits vor drei Wochen hatte Kion angekündigt, dass das Konzernergebnis vor Minderheiten mit 69 Millionen Euro aufgrund einer Abschreibung auf das Amerika-Geschäft unterhalb der Analystenerwartungen sowie dem Vorjahresergebnis liegen wird. Auf die Aktionäre entfiel im zweiten Quartal ein Gewinn von 70,7 Millionen Euro, was rund 3 Prozent weniger als im Vorjahr bedeutet.
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Kion: Revidierte Ausblicke und verhaltene Aussichten lassen Anleger aufhorchen