Ein von den USA und Deutschland initiierter Vorstoß zur Implementierung einer 21-tägigen Waffenruhe in Nahost erhöht den Druck auf Israel und die Hisbollah. Gemeinsam mit bedeutenden arabischen Ländern kündigte eine Koalition aus zehn Staaten und der EU an, dass die geplante Kampfpause Raum für eine diplomatische Lösung des Konflikts schaffen soll, der sich zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz im Libanon sowie im fast ein Jahr andauernden Gaza-Krieg entladen hat.
Die Koalition, bestehend unter anderem aus den USA, Deutschland, der EU, Australien, Kanada, Frankreich, Italien, Japan, Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar, betonte, dass eine größere regionale Eskalation weder im Interesse der Menschen in Israel noch im Libanon sei. Diplomatie könne keinen Erfolg haben, wenn der Konflikt ungehindert weiter eskaliere. Daher forderte man alle Parteien auf, den Vorschlag für eine temporäre Waffenruhe anzunehmen und einer diplomatischen Lösung eine reale Chance zu geben.
Dieser kollektive Aufruf entspringt der Initiative von US-Präsident Joe Biden und dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron. Beide Staatschefs betonten zuvor, dass eine Sicherheitsvereinbarung an der israelisch-libanesischen Grenze notwendig sei, um Zivilisten die Rückkehr in ihre Häuser zu ermöglichen. Angesichts der seit Oktober letzten Jahres anhaltenden Kampfhandlungen, die in den letzten zwei Wochen nochmals intensiviert wurden, sei eine Eskalation und der damit einhergehende Schaden für die Zivilbevölkerung unausweichlich. Deshalb plädierten sie für eine vorübergehende Waffenruhe.
In einer Rede vor der UN-Vollversammlung warnte Biden vor einer weiteren Eskalation des Konflikts zwischen Israel und der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz. Er betonte, dass ein umfassender Krieg in niemandes Interesse sei und dass eine diplomatische Lösung weiterhin der einzige Weg zu dauerhafter Sicherheit im Nahen Osten bleibe.
Die Situation in der Region ist seit langem extrem angespannt. Die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Israel und der Hisbollah haben die Lage weiter verschärft. Zielgerichtete Explosionen und israelische Luftangriffe töteten Hunderte Menschen im Libanon, während die Hisbollah den Norden Israels sowie erstmals den Großraum Tel Aviv mit Raketen beschoss. Der israelische Generalstabschef Herzi Halevi erklärte, die Armee bereite sich auf eine mögliche Bodenoffensive vor.
Parallel geht der Krieg im Gazastreifen zwischen Israels Armee und der mit der Hisbollah verbündeten Hamas weiter. Dieser Konflikt hat bereits zehntausende Zivilisten das Leben gekostet und Hunderttausende vertrieben.