Elf Tage nach der Präsentation eines dreistufigen Fahrplans zur dauerhaften Waffenruhe im Gazastreifen durch US-Präsident Joe Biden hat die Hamas ihre Antwort übermittelt. Zusammen mit der militanten Gruppe Palästinensischer Islamischer Dschihad bekundete die Hamas gegenüber katarischen und ägyptischen Vermittlern eine Bereitschaft, sich positiv zu verhalten, um den Krieg zu beenden. Der genaue Inhalt der Rückmeldung blieb vorerst unklar, jedoch seien für beide Gruppen der vollständige Kriegsstopp und der Rückzug der israelischen Armee oberste Prioritäten.
Laut John Kirby, Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrates der USA, sei die Antwort bestätigt worden und werde nun ausgewertet. Bidens Plan sieht eine dreistufige Waffenruhe vor, beginnend mit einer temporären Kampfpause, während derer bestimmte Gruppen von Geiseln ausgetauscht werden sollen. In der nächsten Phase sollen die Kämpfe ganz eingestellt und alle verbleibenden Geiseln freigelassen werden. Abschließend steht der Wiederaufbau des Gazastreifens auf der Agenda. Bisher hat nur die Hamas dem Plan offiziell nicht zugestimmt, wobei auch die Zustimmung der israelischen Regierung noch aussteht. Dennoch unterstützt der UN-Sicherheitsrat den Vorschlag und hat kürzlich eine entsprechende Resolution verabschiedet.
US-Außenminister Antony Blinken rief auf einer Konferenz in Jordanien die Hamas dazu auf, dem Plan zuzustimmen. Er betonte, dass die einzige Bremse für das Abkommen die Weigerung der Hamas sei. Blinken forderte alle relevanten Akteure auf, Druck auf die Hamas auszuüben, sowohl öffentlich als auch privat.
Unterdessen wurden bei einem israelischen Militäreinsatz nahe Dsjenin im Westjordanland sechs Menschen getötet. Laut palästinensischem Gesundheitsministerium handelte es sich dabei um Opfer eines Gefechts zwischen einer israelischen Spezialeinheit und bewaffneten Palästinensern in Kafr Dan. Die israelischen Streitkräfte berichteten, dass die Truppen während des Einsatzes von einem Kampfhubschrauber unterstützt wurden und zahlreiche Waffen sowie Sprengstoffe entdeckt wurden. Die Angaben konnten bisher nicht unabhängig überprüft werden.