Der Geschäftsführer von Frasers, die für ihre Marke Sports Direct bekannt ist, äußerte am Donnerstag die Zuversicht, dass die Nachfrage nach Luxusgütern von ambitionierten Käufern „stark zurückkehren“ wird, trotz der jüngsten Marktschwäche. Das Unternehmen erwartet höhere Jahresgewinne.
Michael Murray, seit 2022 Geschäftsführer und mit der Tochter des Frasers-Eigentümers Mike Ashley verheiratet, betonte, dass das Unternehmen „sehr engagiert“ in sein Premium-Angebot investiere. Der Einzelhändler sieht sich durch seine exklusive Kette Flannels gut positioniert, um langfristig vom Handelsgeschehen zu profitieren, da Luxusgüter zyklisch seien. Zudem hält Frasers Anteile an Luxusmarken wie Mulberry und Hugo Boss.
Trotz eines Rückgangs der Vorsteuergewinne um 20,5 Prozent auf 507 Millionen Pfund im Geschäftsjahr bis zum 28. April aufgrund von Währungsänderungen und einmaligen Akquisitionen im Vorjahr, verzeichnete das Unternehmen auf bereinigter Basis einen Gewinnzuwachs von 13,1 Prozent auf 544 Millionen Pfund, was das obere Ende der Prognosen darstellt. Für das laufende Finanzjahr wird ein Gewinn zwischen 575 und 625 Millionen Pfund erwartet. Diese Nachrichten ließen die Aktien im frühen Handel um 10 Prozent auf 906 Pence steigen.
Das Wachstum im Luxusmarkt hat sich im vergangenen Jahr verlangsamt, da Käufer nach einem pandemiebedingten Boom ihre Ausgaben drosselten, besonders im mittleren Preissegment. Unter der Leitung Murrays, der auch Marken wie Jack Wills und Evans Cycles besitzt, modernisiert Frasers seine Läden und Abläufe und verbessert die Beziehungen zu Lieferanten bei Sports Direct, dem Hauptwachstumsmotor.
Der Einzelhandelsumsatz sank im Jahresvergleich um 1,3 Prozent, belastet durch Umsatzrückgänge bei der Spielekette Game, dem E-Commerce-Geschäft Studio Retail sowie durch die Schließung von House of Fraser-Filialen und einen „schwächeren Luxusmarkt“. Dennoch bezeichnete Murray die Gruppe als „sehr widerstandsfähig“ und betonte die Diversifizierung des Unternehmens, um Chancen zu nutzen und in wirtschaftlich schwierigen Zeiten robust zu bleiben.
Frasers kauft verstärkt Einkaufszentren mit überwiegend leerstehenden Einheiten und plant, dort eigene Marken zu installieren, um den Kundenverkehr zu erhöhen und langfristig den Wert dieser Immobilien zu steigern.
Analysten von RBC Capital Markets sehen Frasers stark positioniert im britischen Massenmarkt für Sportartikel und sprechen von einer langfristigen Wachstumsmöglichkeit mit Flannels, weisen jedoch darauf hin, dass die Skalierung des Luxusangebots außerhalb regionaler Großstädte in Großbritannien herausfordernd sein könnte. "Wir erwarten zwar keine kurzfristige Trendwende im Handelsgeschehen, doch sehen wir Flannels zunehmend gut aufgestellt, wenn die Nachfrage nach Luxusgütern zurückkehrt", fügte Deutsche Numis am Donnerstag hinzu.