Das Pentagon hat China für seine Transparenz im Vorfeld des Teststarts einer interkontinentalen ballistischen Rakete (ICBM) in den Pazifischen Ozean gelobt. Dies deutet darauf hin, dass die militärische Kommunikation zwischen den beiden Supermächten Fortschritte macht.
„Wir haben eine frühzeitige Benachrichtigung über diesen ICBM-Test erhalten und glauben, dass dies positiv ist“, erklärte Sabrina Singh, Sprecherin des Pentagons, am Mittwoch. „Es ist ein Schritt in die richtige Richtung und trägt dazu bei, Missverständnisse oder Fehlkalkulationen zu verhindern.“
Singh betonte zudem, dass die USA China gedrängt haben, regelmäßigere Benachrichtigungen über ballistische Raketenstarts und Weltraumstarts zu geben. Diese Maßnahme sei ein „sinnvoller, vertrauensbildender Schritt“. Man hoffe, dass diese Art der Benachrichtigungen fortgesetzt werde.
Die Wiederaufnahme der Kommunikation markiert einen Wendepunkt im Vergleich zu den letzten Jahren, als China nach dem Besuch der damaligen Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, auf Taiwan die militärischen Kommunikationskanäle fast vollständig kappte. Die Volksbefreiungsarmee Chinas reagierte auf Pelosis Reise mit groß angelegten Militärübungen rund um die demokratische Nation mit 22 Millionen Einwohnern, die Peking letztlich unter seine Kontrolle bringen will.
Die USA und China arbeiten daran, die Kommunikationskanäle zwischen ihren Streitkräften wiederherzustellen. Erst diesen Monat hatten chinesische und amerikanische Militärkommandeure, die für Operationen im Südchinesischen Meer zuständig sind, ihr erstes Gespräch seit Pelosis Besuch im Jahr 2022. Dies folgte kurz nach dem Besuch von US-Sicherheitsberater Jake Sullivan in Peking, wo er seltene Gespräche mit General Zhang Youxia von der Zentralen Militärkommission Chinas führte.
In den Gewässern des Südchinesischen Meeres, über die Peking weitreichende Ansprüche erhebt, kommen die Militärs Chinas und jene der USA sowie ihrer Verbündeten häufig in engen Kontakt. Während China die USA am Mittwoch über den seltenen ICBM-Test in den Pazifik informierte, erhielt Japan keine vorherige Benachrichtigung und bezeichnete die militärische Aktivität als „ernste Besorgnis“.
Chinas nukleare Bedrohung bleibt ein drängendes Anliegen für die USA. Das Pentagon berichtete im vergangenen Jahr, dass Peking etwa 500 einsatzbereite Sprengköpfe habe und diese Zahl bis 2030 auf mehr als 1.000 erhöhen will, im Zuge von Xis Bestrebungen, bis 2049 eine „weltklasse“ Militärmacht zu schaffen.
Die chinesische Raketenstreitkraft verfüge über etwa 350 ICBMs, wobei es sich um Waffen mit einer Reichweite von mehr als 5.500 Kilometern (3.420 Meilen) handele, fügte das Pentagon hinzu.