08. Juli, 2026

Märkte

Europas Aktienmärkte im Rückwärtsgang: Eskalation im Nahostkonflikt und Yen stärken

Europas Aktienmärkte im Rückwärtsgang: Eskalation im Nahostkonflikt und Yen stärken

Nach einem positiven Wochenauftakt mussten Europas Aktienmärkte am Donnerstag wieder erhebliche Verluste hinnehmen. Als die US-Börsen im frühen Handelsverlauf ebenfalls ins Minus drehten und zunehmend unter Druck gerieten, verstärkte sich die Abwärtsbewegung noch einmal deutlich.

Mehrere Faktoren trugen zu dieser Entwicklung bei. Die Eskalation im Nahostkonflikt verursachte nicht nur allgemeine Unsicherheit, sondern ließ auch die Ölpreise weiter ansteigen. Zugleich minderte der sich erholende Yen die Risikoneigung an den Finanzmärkten. Investoren, die zuvor in Japan von niedrigen Zinsen profitiert hatten, trennten sich nun von ihren Positionen. Zusätzlich belastete die Nachricht, dass die Stimmung in der US-Industrie im Juli überraschend weit unter die Expansionsschwelle gesunken war, wenngleich man dadurch auf baldige Zinssenkungen hoffte.

Der EuroStoxx 50 sank letztendlich um 2,20 Prozent auf 4.765,72 Punkte und markierte damit nicht nur das Tagestief, sondern auch den tiefsten Stand seit Ende Februar. Ähnlich stark verlor der französische Cac 40. Der britische FTSE 100 büßte 1,01 Prozent auf 8.283,36 Punkte ein. Aufgrund eines Feiertages fand in der Schweiz kein Handel statt.

Das Thema Zinssenkung nach der jüngsten US-Notenbank-Entscheidung und den Aussagen von Fed-Chef Jerome Powell prägte die Stimmung an den Börsen in Europa nur geringfügig. "Impulse, egal ob in die eine oder andere Richtung, haben derzeit nur einen sehr kurzfristigen Einfluss auf den Markt", erklärte Jürgen Molnar, Kapitalmarktstratege beim Broker Robomarkets. Thomas Gitzel, Volkswirt von der VP Bank in Liechtenstein, dämpfte zudem übergroße Zinshoffnungen: "Solange die Inflationsrate noch über dem Ziel von zwei Prozent liegt, dürften die Währungshüter in Washington vorsichtig agieren."