Der Euro hat am Mittwoch einen leichten Aufwärtstrend gezeigt. Am Nachmittag notierte die Gemeinschaftswährung bei 1,0846 US-Dollar, nachdem sie am Morgen etwas niedriger gehandelt wurde. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,0828 US-Dollar fest, verglichen mit 1,0824 US-Dollar am Vortag. Somit kostete ein Dollar 0,9235 Euro, leicht weniger als die 0,9238 Euro am Vortag. Die jüngsten Inflationsdaten aus der Eurozone zeigten im Juli eine unerwartete Wachstumsrate. Die Verbraucherpreise stiegen um 2,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, während die Inflation im Juni noch 2,5 Prozent betrug. Volkswirte hatten keine Veränderung der Rate erwartet. Diese Daten könnten eine baldige Leitzinssenkung durch die EZB unwahrscheinlicher machen. Christian Lips, Chefvolkswirt der NordLB, kommentierte: "Der Preisdruck in der Eurozone bleibt hartnäckig." Lips fügte hinzu, dass die Entscheidung der EZB im September durch diese Daten nicht erleichtert werde, jedoch seien sie kein "Game Changer". Die für August erwarteten Daten könnten entscheidend sein, ob eine kleine Zinssenkung im September angesichts der aktuellen restriktiven Geldpolitik angemessen ist. Die Anleger am Devisenmarkt richten ihre Aufmerksamkeit auf die geldpolitischen Entscheidungen der US-Notenbank Federal Reserve (Fed), die am Abend veröffentlicht werden sollen. Die Fed dürfte ihre Leitzinsen bestätigen, doch die Märkte sind gespannt auf mögliche Signale für Zinssenkungen im weiteren Jahresverlauf. Derzeit erwarten die Finanzmärkte zwei Zinssenkungen in diesem Jahr, basierend auf schwindender Inflation und einem schwächelnden Arbeitsmarkt. Daten des privaten Arbeitsmarktdienstleisters ADP zeigten im Juli einen schwächeren Beschäftigungsaufbau als erwartet. Auch der Yen legte gegenüber fast allen wichtigen Währungen zu. Der Dollar fiel auf 149,79 Yen und erreichte damit den niedrigsten Stand seit März. Die japanische Zentralbank hatte ihre lockere Geldpolitik weiter normalisiert und den Leitzins überraschend erhöht. Laut Bernd Weidensteiner von der Commerzbank sei die starke Abwertung des Yen aus Sicht des Finanzministeriums und der Notenbank zu weit gegangen. Eine Stabilisierung der japanischen Währung sei eine erwünschte Nebenwirkung der geldpolitischen Anpassung. Die EZB setzte die Referenzkurse für einen Euro auf 0,84380 britische Pfund, 162,76 japanische Yen und 0,9533 Schweizer Franken fest. Gold kostete am Nachmittag in London 2393 Dollar pro Feinunze, etwa 9 Dollar mehr als am Vortag.
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Eurokurs legt zu – Inflationsdaten überraschen