Die europäische Gemeinschaftswährung hat am Dienstag nachgegeben, während der Dollar an Boden gewann. Am Nachmittag notierte der Euro bei 1,0921 Dollar, ein halber Cent niedriger als am Morgen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,0915 US-Dollar, im Vergleich zu 1,0966 am Montag. Dies bedeutete, dass der US-Dollar nun 0,9161 Euro kostete, verglichen mit 0,9119 Euro am Vortag.
Der Dollar zeigte eine Erholung gegenüber allen wichtigen Währungen, nachdem jüngste Verluste wettgemacht wurden. Die Befürchtungen über die wirtschaftliche Entwicklung in den USA rückten dabei etwas in den Hintergrund. Devisenexpertin Antje Praefcke von der Commerzbank beurteilt die aktuellen Ängste vor einer US-Rezession und umfassenden Zinssenkungen als unbegründet. "Hierfür bedürfte es noch deutlich mehr an miesen Konjunkturdaten und harten Fakten, die darauf hinweisen", erklärte sie.
Kritische Konjunkturdaten aus der Eurozone gaben kein einheitliches Bild ab. Während die Einzelhandelsumsätze im Juni stärker als erwartet zurückgingen, stiegen die Auftragseingänge der deutschen Industrie im gleichen Zeitraum deutlicher als prognostiziert. Volkswirt Jens-Oliver Niklasch von der Landesbank Baden-Württemberg kommentierte: "Es gibt sie noch, die guten Nachrichten." Allerdings betonte er, dass im "dunkelgrauen Mosaik der Konjunkturzahlen" dieses Ereignis lediglich ein "hellgrünes Steinchen" darstellt. Laut Niklasch ist der allgemeine Abwärtstrend noch keineswegs überwunden.
Die EZB legte die Referenzkurse für den Euro zu anderen wichtigen Währungen wie folgt fest: 0,85998 britische Pfund, 158,29 japanische Yen und 0,9325 Schweizer Franken. Der Preis für eine Feinunze Gold lag am Nachmittag in London bei 2399 Dollar, rund 12 Dollar weniger als am Vortag.