Der Euro knüpft an die Kursverluste des Vortages an und wird am Morgen zu 1,0886 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs erst am Donnerstagnachmittag auf 1,0930 Dollar festgesetzt. Damit hat die Gemeinschaftswährung mehr als einen halben Cent seit ihrem Höchststand zur Wochenmitte verloren.
Am Donnerstag blieb der Euro um den höchsten Stand seit März, doch der Kurs fiel nach der Entscheidung der EZB, den Leitzins unverändert zu lassen, obwohl zukünftige Zinsentscheidungen datenabhängig bleiben sollen. Marktbeobachter rechnen jedoch mit einer möglichen Zinssenkung im September, was den Euro weiter unter Druck setzt.
Spezialisten der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) betonten, dass die Aussicht auf einen wachsenden Zinsvorteil der USA den Kurs des Euro belastet. Dieser Zinsvorteil könnte den Dollar weiter stärken und den Euro schwächen, was kurzfristig erhebliche Auswirkungen auf die Wechselkurse haben kann.
Für den weiteren Handelsverlauf werden keine bedeutenden wirtschaftlichen Impulse durch Konjunkturdaten in der Eurozone oder den USA erwartet. Allerdings richten sich die Augen der Märkte auf Ansprachen von führenden Notenbankern, darunter John Williams, Präsident der regionalen Notenbank von New York, und Raphael Bostic, Präsident der regionalen Notenbank von Atlanta. Ihre Aussagen könnten weitere Hinweise auf die zukünftige Zinsentwicklung liefern.