Die Kurse deutscher Bundesanleihen haben am Donnerstag nach den geldpolitischen Entscheidungen der Europäischen Zentralbank (EZB) leicht zugelegt. Der richtungweisende Euro-Bund-Future stieg bis zum späten Nachmittag um 0,05 Prozent auf 132,62 Punkte, während die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen bei 2,41 Prozent verweilte.
Die EZB hat die Zinsen im Euroraum erwartungsgemäß unverändert gelassen und damit nach der jüngsten Zinssenkung im Juni keine weitere Lockerung der Geldpolitik vorgenommen. Präsidentin Christine Lagarde verzichtete zudem darauf, für die nächste Sitzung im September eine Zinssenkung in Aussicht zu stellen. "Die Frage, was im September passiert, bleibt weit offen", meinte Lagarde.
Clemens Fuest, Präsident des Ifo-Instituts, befürwortete diese Entscheidung und betonte, dass der Rückgang der Inflation im Euroraum zuletzt ins Stocken geraten sei. Er betrachtet es als sinnvoll, zunächst abzuwarten und die Zinsen nicht unmittelbar erneut zu senken. "Im September dürfte dann die nächste Zinssenkung folgen, sofern der Lohnanstieg allmählich an Schwung verliert und die Inflation daher weiter zurückgeht", fügte der Ökonom hinzu.