Nach mehreren Verlusttagen zeigt der Dax Anzeichen einer Stabilisierung. Am Donnerstag dürften sich Anleger jedoch aufgrund des Zinsentscheids der Europäischen Zentralbank (EZB) zurückhalten. Ein leichtes Plus von 0,1 Prozent auf 18.463 Punkte signalisierte der X-Dax für den Start des deutschen Leitindex. Auch der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 wird knapp im Plus erwartet.
Auf den internationalen Aktienmärkten zeichnet sich ein Favoritenwechsel ab, weg von Technologieaktien hin zu Standardwerten, insbesondere an den US-Börsen. Während die Nasdaq einer Korrektur unterlag, setzte der Dow Jones Industrial seine Rekordjagd fort und überschritt am Mittwoch erstmals die Marke von 41.000 Punkten.
US-Halbleiterwerte verzeichneten dabei teils zweistellige Verluste. Neben Gewinnmitnahmen belastete sie ein Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg, dass die US-Regierung schärfere Handelsbeschränkungen gegen Unternehmen plant, die chinesische Chiphersteller mit US-Technologie beliefern. Vor diesem Hintergrund könnten in Europa die Aktien von Branchengrößen wie Infineon oder Ausrüstern wie ASML interessant bleiben.
Von der EZB werden am Donnerstag keine größeren Maßnahmen erwartet. Nach der Zinssenkung im Vormonat wird die nächste Änderung erst im September erwartet, wie Experten der LBBW und der Commerzbank prognostizierten.
Auch bei den Unternehmen geht es ruhig zu. Die Aktien der Deutschen Beteiligungs AG verzeichneten einen Abschlag von 2,5 Prozent, nachdem die Beteiligungsgesellschaft das obere Ende ihrer Zielspanne für den Nettovermögenswert erheblich reduzierte. Dieser Schritt kommt nur zwei Monate nach einer vorherigen Bestätigung und sorgt für Verstimmung unter den Anlegern.
Ebenfalls leicht bergab geht es vorbörslich für die Aktien des Vermögensverwalters DWS. Nach einer Abstufung durch Morgan Stanley auf neutral verloren sie auf der Plattform Tradegate ein Prozent im Vergleich zu ihrem Xetra-Schlusskurs.