10. Juli, 2026

Märkte

Dax stürzt ab: IT-Probleme und politische Unsicherheiten belasten den Markt

Dax stürzt ab: IT-Probleme und politische Unsicherheiten belasten den Markt

Eine ohnehin schwache Woche fand an den deutschen Aktienmärkten ein deprimierendes Ende: Wirtschaftliche und politische Sorgen, verstärkt durch weltweite IT-Probleme, setzten den Börsen massiv zu. So fiel der Dax um 0,84 Prozent auf 18.200 Punkte. Mit einem Wochenverlust von knapp 3 Prozent ist der Index auf die Handelsspanne vom Juni zurückgefallen, nachdem vor einer Woche noch ein Ausbruch nach oben versucht wurde.

Der MDax der mittelgroßen Werte verlor am Freitag ebenfalls, er sank um 0,65 Prozent auf 25.420 Punkte. Der eurozonenweite EuroStoxx 50 gab um 0,53 Prozent nach.

"Eingebettet in ein zunehmend unsicheres Gesamtmarktumfeld, steigen die Gefahren einer merklichen Konjunkturabkühlung sowie politische Risiken wieder an", erklärte Andreas Lipkow, Finanzmarktexperte.

Besondere Sorge bereitet den Anlegern die politische Lage in den USA. Die mögliche Rückkehr von Ex-Präsident Donald Trump ins Weiße Haus nach den Wahlen im November sorgt für Unbehagen. Trump steht für protektionistische Maßnahmen, die der US-Wirtschaft Schutz bieten, jedoch auch die internationalen Handelsbeziehungen belasten könnten.

Am Freitag führten globale IT-Probleme zu erheblichen Störungen, vor allem im Luftverkehr und in anderen Sektoren wie Krankenhäusern und Medienbetrieben. Die Ursache der Störungen ist noch unklar, jedoch wird ein Programm-Update der IT-Sicherheitsfirma Crowdstrike als möglicher Auslöser vermutet. Dies habe Software unter anderem von Microsoft beeinträchtigt, so ein Sprecher von Crowdstrike gegenüber CNBC.

Der IT-Ausfall hatte erhebliche Auswirkungen auf den Markt. Crowdstrike-Aktien fielen im vorbörslichen US-Handel um über 19 Prozent. "Dieser größere IT-Ausfall ist beunruhigend, besonders angesichts der weitreichenden Störungen,” kommentierte Analystin Susannah Streeter von Hargreaves Lansdown.

Auch am deutschen Aktienmarkt waren die Auswirkungen spürbar. Im MDax verloren die Aktien des Flughafenbetreibers Fraport und der Fluggesellschaft Lufthansa fast zwei Prozent. Tui-Aktien büßten sogar drei Prozent ein, nachdem das Unternehmen angekündigt hatte, mit neuen Wandelschuldverschreibungen alte Schulden zu refinanzieren.

Im Dax fielen die Vorzugsaktien von Sartorius um mehr als 15 Prozent. Der Laborzulieferer musste seine Ziele für 2024 nach einem schwachen ersten Halbjahr stark reduzieren. Auch die mittelfristigen Unternehmensziele wurden in Zweifel gezogen.

Ein Lichtblick bot der SDax, wo die Aktien von Süss Microtec nach einem positiven Halbjahresbericht um mehr als zwölf Prozent zulegten. Der Halbleiterzulieferer hob seinen Jahresausblick an. Doch Analyst Tim Wunderlich von Hauck Aufhäuser Investment Banking warnte, dass das Unternehmen die leicht zu erreichenden Margenziele bereits erreicht habe.