Der renommierte Hedgefonds Bridgewater Associates hat in einem aktuellem Kommentar an seine Investoren den jüngsten Ausverkauf japanischer Aktien als übertrieben bezeichnet. Wie zwei mit dem Schreiben vertraute Quellen berichten, hält der Fonds die Aktien auch weiterhin für relativ attraktiv.
Laut den Quellen schätzt der $112,5 Milliarden schwere globale Makro-Hedgefonds den Ausverkauf als übertrieben ein, insbesondere im Vergleich zu den tatsächlichen fundamentalen Veränderungen.
Am vergangenen Montag verzeichnete der Nikkei einen Einbruch von 12,4%, den größten täglichen Verlust seit dem Schwarzen Montag 1987. Auslöser war ein US-Arbeitsmarktbericht vom Freitag, der eine höhere als erwartete Arbeitslosenquote zeigte und dadurch Rezessionsängste in der weltgrößten Volkswirtschaft schürte.
Jedoch erholte sich der japanische Leitindex am Dienstag kräftig und ging mit einem Plus von 10,2% aus dem Handel. Investoren begannen zudem, Yen-finanzierte Handelspositionen aufzulösen, die sie zur Aktienfinanzierung nutzten, nachdem die Bank of Japan überraschend die Zinsen erhöht hatte. Dies verstärkte die Marktbewegungen zusätzlich.
Bridgewater betonte in seinem Kommentar, dass der Einbruch von Montag kurzlebig sei und keine signifikanten fundamentalen Veränderungen repräsentiere. Eine stärkere Währung nach der Zinserhöhung und ein geringeres Wachstum in entwickelten Märkten machten die Bedingungen für japanische Aktien weniger unterstützend. Dennoch bleibt der Fonds optimistisch und sieht weiterhin Attraktivität in den japanischen Aktienmärkten.
Ob Bridgewater selbst am Yen-Carry-Trade beteiligt war, wollte der Fonds nicht offenlegen.
Globale Makro-Hedgefonds wie Bridgewater investieren in Aktien, Anleihen und Rohstoffe über verschiedene geographische Märkte hinweg und setzen auf globale Trends. Diese Strategie, zusammen mit Managed-Futures-Fonds oder Commodity Trading Advisors (CTAs), war eine der am stärksten von der jüngsten überraschenden Rally des Yen betroffenen Strategien.
Laut dem Analyseunternehmen PivotalPath zeigten deren Berechnungen, dass globale Makro-Quantitätsfonds in der ersten Augustwoche Verluste zwischen 1,5% und 2,5% aufgrund ihrer Short-Positionen im Yen verzeichneten. Nach Verlusten von über 2% im Juli haben sich diese Fonds seit Jahresbeginn um 4% bis 5% verschlechtert, nachdem sie im April beinahe 8% Zugewinne verbuchen konnten.
Vor Jahresende wird eine Erholung für diese Fonds eine größere Herausforderung darstellen, so Jon Caplis, Geschäftsführer von PivotalPath. "Viele globale Makro-Manager gingen in dieses Jahr mit der Erwartung, dass Marktunruhen ihnen zugutekommen würden. Leider wird es hier wohl zu Enttäuschungen kommen," sagte er.