Die spanische Großbank BBVA hat im zweiten Quartal erneut von einem stark gestiegenen Zinsüberschuss profitiert. Der Gewinn des Instituts kletterte von April bis Juni um beeindruckende 38 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro, wie die Bank am Mittwoch in Madrid bekanntgab. Damit übertraf BBVA die Erwartungen der Experten einmal mehr deutlich. Trotz der erfreulichen Ergebniszahlen fiel die Aktie bis zum Mittag jedoch um rund vier Prozent auf 9,77 Euro. Vor Bekanntgabe der Zahlen hatte der Kurs Mitte Juni noch bei etwa 9 Euro gelegen und war dann auf über 10 Euro gestiegen.
Händler führten die Kursverluste unter anderem auf die gestiegene Risikovorsorge im wichtigsten BBVA-Markt Mexiko zurück. Diese war stärker ausgefallen als erwartet. Darüber hinaus blieb der Ausblick der Bank unverändert, was im Vergleich zu anderen spanischen Großbanken, die nach Vorlage ihrer Quartalszahlen jeweils ihre Prognosen angehoben hatten, negativ wahrgenommen wurde. Ebenfalls ungünstig wirkte sich aus, dass BBVA aufgrund der geplanten Übernahme von Banco Sabadell keine eigenen Aktien zurückkauft.
Die Übernahme von Banco Sabadell für rund 11,5 Milliarden Euro stößt seit der Ankündigung im Mai auf Gegenwehr der dortigen Führungsetage. BBVA-Verwaltungsratschef Carlos Torres wirbt seitdem intensiv bei den Investoren um Unterstützung für den Deal. Bei der Präsentation der Quartalszahlen hob er hervor, dass eine Fusion zu deutlichen Einsparungen bei den Personalkosten führen würde.
Experten sind der Ansicht, dass die positiven Zahlen und die Fusionsaussichten Torres Rückenwind geben könnten. Banco Sabadell hatte vergangene Woche seinerseits angekündigt, verstärkt in Aktienrückkäufe und Dividenden zu investieren. Zudem konnte Sabadell-CEO Cesar Gonzalez-Bueno ebenfalls deutlich bessere Quartalszahlen vorlegen.