12. August, 2026

Politik

Baerbock warnt vor gravierenden Folgen bei nachlassender Ukraine-Unterstützung

Baerbock warnt vor gravierenden Folgen bei nachlassender Ukraine-Unterstützung

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock hat nach dem Friedensgipfel in der Schweiz eindringlich vor den potenziell verheerenden Konsequenzen für Deutschland und die NATO gewarnt, sollten die Anstrengungen zur Unterstützung der Ukraine in ihrem Abwehrkampf gegen Russland nachlassen. "Wenn wir die Ukraine nicht weiter unterstützen, riskieren wir, dass Putins Truppen an der Grenze zu Polen stehen. Der Krieg könnte sich dann rasch auf das Gebiet der EU und der NATO ausbreiten", erklärte sie in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung".

Baerbock betonte zudem, dass die Kosten einer direkten Verteidigung der eigenen Freiheit und Sicherheit kaum bezifferbar seien. "Die Unterstützung der Ukraine hält den Krieg auch von uns fern", betonte sie eindringlich. Des Weiteren warnte sie vor neuen Fluchtbewegungen: "Kann die Ukraine sich nicht mehr verteidigen, müssen Millionen weitere Menschen fliehen. Niemand lebt freiwillig unter Folter und Besatzung."

Eine mögliche Unterstützung könnte aus den eingefrorenen russischen Staatsvermögen stammen. US-Finanzministerin Janet Yellen wehrte Kritik aus Moskau ab und verteidigte den Einsatz der Zinserträge des vermögens zugunsten der Ukraine. "Es gibt hier kein rechtliches Problem", sagte sie im US-Fernsehen. Yellen wies darauf hin, dass dies auch eine klare Botschaft an Kremlchef Putin sei, dass die Unterstützung für die Ukraine weiter anhalte.

In der Ukraine selbst bleibt die Lage prekär. Die russischen Truppen haben ihre Angriffe intensiviert, insbesondere in der Region Pokrowsk im ostukrainischen Donezk. Dies teilte der ukrainische Generalstab mit und berichtete, dass das russische Militär die Schlagzahl seiner Attacken erhöht habe, um die Verteidigungslinien zu durchbrechen.

Auch die zivile Bevölkerung ist stark betroffen. Der Chef des ukrainischen Energieversorgers Ukrenerho, Wolodymyr Kudryzkyj, warnte vor einer Verschlechterung der Stromversorgung wegen anhaltender russischer Angriffe auf Energieanlagen. In den kommenden Wochen werde es vermehrt zu planmäßigen Abschaltungen und Stromsperren kommen. Diese Schwierigkeiten dürften bis zur Reparatur von zwei Atomreaktoren andauern.