In einer jüngsten Stellungnahme bekräftigte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die dringende Notwendigkeit internationaler Unterstützung zur Abwehr russischer Luftschläge. Speziell bat er um weitere Flugabwehrsysteme des Typs Patriot aus amerikanischer Herstellung, um die ukrainischen Städte, einschließlich Charkiw, besser zu schützen. Die Bundesrepublik Deutschland hat unlängst die Bereitstellung eines solchen Systems zugesagt, während Kiew darauf hofft, dass andere Nationen diesem Beispiel folgen werden.
Der Appell des Präsidenten folgte auf die Teilvernichtung des 240 Meter hohen Fernsehturms in Charkiw durch einen Angriff, der die Spitze des Bauwerks zum Einsturz brachte, jedoch keine Verletzten forderte. Selenskyj gab bekannt, dass umgehend mit Maßnahmen zur Wiederherstellung des Fernsehempfangs begonnen wurde.
In seiner Rede betonte Selenskyj die Wichtigkeit, russische militärische Einrichtungen und deren Logistik mit entschlossenen Gegenmaßnahmen zu treffen. Er dankte den Vereinigten Staaten für ein neues Hilfspaket, welches das Repräsentantenhaus nach intensiven Verhandlungen genehmigt hatte und dessen Bestätigung durch den Senat bevorstand.
Im Gespräch mit US-Präsident Joe Biden wurden zudem Details zur Lieferung neuer ATACMS-Raketen finalisiert. Bisher belieferten die USA die Ukraine mit einer Version der Raketen mit einer Reichweite von 165 Kilometern. Die Ukraine strebt jedoch nach einer Variante, die Ziele bis zu 300 Kilometer entfernt erreichen kann, um strategisch wichtige Punkte auch jenseits der Frontlinien ins Visier nehmen zu können. Konkrete Auskunft über das Modell der zu liefernden ATACMS-Raketen blieb Selenskyj jedoch schuldig.