16. August, 2026

Politik

Weltweit so viele Vertriebene wie nie zuvor: UNHCR-Bericht zeigt alarmierende Tendenz

Weltweit so viele Vertriebene wie nie zuvor: UNHCR-Bericht zeigt alarmierende Tendenz

Die Zahl der Menschen, die weltweit vor Gewalt, Krieg, Konflikten und Verfolgung fliehen, hat im Mai einen historischen Höchststand von 120 Millionen erreicht. Dies entspricht einem Anstieg von fast zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR in Genf berichtete. Der stetige Zuwachs der Flüchtlingszahlen setzt sich somit im zwölften Jahr in Folge fort und betrifft etwa 1,5 Prozent der globalen Bevölkerung.

Ein Großteil der Vertriebenen bleibt dabei innerhalb ihres Heimatlandes: Rund zwei Drittel der weltweit betroffenen Menschen suchen Zuflucht in den Grenzen ihres Landes. Weitere zwei Drittel derjenigen, die ins Ausland geflohen sind, leben in benachbarten Staaten, die häufig selbst von Armut betroffen sind. Viele hoffen dort auf eine schnelle Rückkehr in ihre Heimat.

Deutschland belegt Spitzenplatz bei Asylanträgen nach den USA

Bei den Fluchtbewegungen in Länder, in denen keine baldige Rückkehr erwartet wird, stehen die USA und Deutschland an der Spitze. Mit 1,2 Millionen Asylanträgen verzeichneten die USA die höchste Zahl, gefolgt von Deutschland mit rund 330.000 Anträgen. Weitere Zielländer umfassen Ägypten, Spanien und Kanada. Die Vergleichbarkeit der Zahlen ist aufgrund verbesserter Datenlage und veränderter Erhebungsmethoden über die Jahre eingeschränkt.

Hauptursachen der Vertreibungen 2023

2023 war geprägt von gravierenden Konflikten, die Millionen Menschen zur Flucht zwangen. Der Machtkampf im Sudan sowie der israelische Krieg gegen die Hamas im Gazastreifen zählen zu den größten Katastrophen des Jahres. Auch in Myanmar und der Demokratischen Republik Kongo kam es zu massiven Vertreibungen.

Der aktuelle Bericht fasst eindrucksvoll die belastenden Zahlen zusammen: Bis zum Stichtag Ende Dezember 2023 waren weltweit 117,3 Millionen Menschen auf der Flucht, was einen Anstieg von acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Von diesen Vertriebenen suchten 68,3 Millionen innerhalb der eigenen Landesgrenzen Zuflucht, eine Anzahl, die in den letzten fünf Jahren um 50 Prozent gestiegen ist.

Klimakrise als Verstärker der Fluchtursachen

Der Bericht hebt zudem hervor, dass Regionen, die unter Konflikten, Armut und schlechten Regierungsstrukturen leiden, gleichzeitig jene sind, die stark von der Klimakrise betroffen sind. Rund drei Viertel der Vertriebenen leben in Gebieten mit hohen bis extrem hohen klimabedingten Risiken. Dies schließt Länder wie die Demokratische Republik Kongo, Somalia, Sudan, Syrien und den Jemen ein.

Die Zuspitzung von Ressourcenkonflikten in Zufluchtsländern, die stark vom Klimawandel betroffen sind, könnte weitere Fluchtbewegungen auslösen. Besonders betroffen sind Regionen, in denen der Kampf um knappe Ressourcen wie Trinkwasser und Nahrung bereits existenzielle Ausmaße angenommen hat.