Die Walgreens Boots Alliance hat den Verkauf ihrer ersten hochverzinslichen Anleihe gestartet, um Kapital für die Begleichung einer im November fälligen Schuldverschreibung zu beschaffen. Die Apothekenkette plant, 600 Millionen US-Dollar in Form von fünfjährigen Anleihen zu verkaufen, die ab 2026 vorzeitig kündbar sind. Insiderberichten zufolge liegt die anfängliche Renditeerwartung im mittleren bis hohen 8%-Bereich, deutlich höher als bei den früheren Anleihen des Unternehmens im Investment-Grade-Bereich.
Federführend bei dieser Transaktion ist JP Morgan Chase, ein Investorengespräch ist für 11 Uhr New Yorker Zeit angesetzt und die Anleihe soll noch heute bepreist werden. Bereits vor zwei Wochen berichtete Bloomberg, dass die Bank bei Investoren eine Anleihe in Aussicht stellte, die eine Rendite von etwa 7,5% erzielen könnte.
Anfragen an JP Morgan und Walgreens für Stellungnahmen wurden bislang nicht beantwortet.
Walgreens hat bereits am Donnerstag ein Shelf Offering bei den Regulierungsbehörden eingereicht. Darin erklärte das Unternehmen, dass die Erlöse aus dem Anleiheverkauf sowie vorhandene Barmittel zur Begleichung einer 3,8%-Anleihe, die am 18. November fällig wird und ein ausstehendes Volumen von 1,16 Milliarden US-Dollar hat, verwendet werden sollen.
Die Ratingagenturen S&P Global und Moody's hatten Walgreens bereits im Dezember den Investment-Grade-Status entzogen, da das Unternehmen weiterhin mit Problemen im Einzelhandel zu kämpfen hat. S&P verwies in einem Downgrade im Juli auf die Refinanzierungsbedürfnisse von Walgreens als ein „wichtiges Risiko“. Laut der Ratingagentur hat das Unternehmen im ab dem 1. September beginnenden Geschäftsjahr Verbindlichkeiten in Höhe von 1,4 Milliarden US-Dollar und weitere 4,6 Milliarden US-Dollar an Anleihen und Krediten, die in den darauffolgenden zwei Jahren fällig werden.