Bundesverkehrsminister Volker Wissing setzt sich für eine verstärkte Vernetzung von Auto und Bahn in ländlichen Regionen ein. Ziel ist es, Pendlern die kombinierte Nutzung von Automobil und öffentlichem Personennahverkehr (ÖPNV) schmackhaft zu machen. Dabei sollen mehr Umsteigemöglichkeiten in der Fläche geschaffen werden. So könnten Schienenverbindungen zu Metropolregionen mit einer engen Taktung angeboten werden, erläuterte der FDP-Politiker.
Dank des Deutschlandtickets, das eine ÖPNV-Flatrate ermöglicht, wäre es nun einfacher und günstiger, das Auto in Kombination mit der Bahn zu nutzen. Wissing betonte, dass ein umfassendes Angebot notwendig sei. Dazu gehören unter anderem gut erreichbare Bahnhöfe mit ausreichenden Parkplätzen, nachhaltige Bus-Anbindungen, sichere Radwege und Fahrradparkhäuser, sowie Ladestationen für E-Autos. Damit können Menschen bequemer zwischen Auto und ÖPNV wechseln.
Besonders wichtig sei es, Umsteigepunkte außerhalb der dicht besiedelten Metropolen zu schaffen, da dort weniger Raum für Parkinfrastruktur vorhanden sei. Wissing sieht in solchen Konzepten ein großes CO2-Einsparpotenzial, da Pendler im ländlichen Raum oft weite Strecken mit dem Auto zurücklegen. Eine Reduzierung um bis zu 150 Kilometer Autofahrt pro Tag könne erreicht werden, was erhebliche Vorteile für den Klimaschutz bringe. Zudem dürfte das Deutschlandticket eine erhebliche finanzielle Entlastung für ländliche Pendler bringen, da bisherige Monatskarten deutlich teurer waren.
Auch wenn der Bus in einigen ländlichen Gebieten statt alle drei nun alle zwei Stunden fährt, sei dies nur ein kleiner Schritt. Eine realistische Taktverdichtung auf 20 Minuten pro Dorf sei dagegen kaum machbar. Es müsse vielmehr ein multimodaler Verkehr angestrebt werden, der die Flexibilität des Autos mit der Effizienz der Bahn kombinieren könne.
Die Verwendung des Deutschlandtickets im ländlichen Raum ist bis dato jedoch noch nicht in dem erhofften Maße angekommen. Nur 21 Prozent der Nutzer stammen aus diesen Regionen. Nach Umfragen des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) nutzen zwar 16 Prozent der Abonnenten seltener das Auto, aber die erhoffte Verkehrsverlagerung blieb bisher aus.
Die Verkehrsminister von Bund und Ländern diskutieren über die Erweiterung und Modernisierung des ÖPNV. Dabei wird auch eine Erhöhung der Regionalisierungsmittel gefordert, um die Leistungen der Verkehrsunternehmen weiter zu verbessern.