Die Kurse von US-Staatsanleihen haben am Donnerstag leichte Verluste verzeichnet. Überraschend positive Daten vom heimischen Arbeitsmarkt setzen den Anleihen zu Handelsbeginn unter Druck, was zu einem leichten Rückgang des Terminkontrakts für zehnjährige Papiere führte. Dieser sank um 0,17 Prozent auf 112,70 Punkte, während die Rendite der zehnjährigen Staatspapiere bei 3,99 Prozent lag.
In den Vereinigten Staaten sind die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche überraschend gesunken. Diese Entwicklung fiel ins Besondere Gewicht, da der monatliche Arbeitsmarktbericht vom Freitag zuvor schwach ausgefallen war und für Wirbel an den Finanzmärkten gesorgt hatte. Die aktuelle Zahl der Erstanträge milderte nun die Sorgen um die US-Wirtschaft und belastete somit die als sicher geltenden Staatsanleihen.
"Die Erstanträge deuten vorerst eher auf eine leichte Verlangsamung als auf eine sich anbahnende Rezession hin", analysierte Ian Shepherdson, Chefvolkswirt bei Pantheon Macroeconomics. Dennoch erwarte man eine weitere Abschwächung am Arbeitsmarkt, was für bedeutende Zinssenkungen im September, November und Dezember spreche. Eine vorgezogene Zinssenkung sei hingegen unwahrscheinlich, da die Verschlechterung am Arbeitsmarkt nicht rasch genug voranschreite.