28. August, 2026

Politik

Ungarns Premier Viktor Orban besucht erstmals seit Kriegsbeginn die Ukraine

Ungarns Premier Viktor Orban besucht erstmals seit Kriegsbeginn die Ukraine

Zu einem bemerkenswerten diplomatischen Ereignis kam es heute, als der ungarische Regierungschef Viktor Orban erstmals seit dem Beginn der russischen Invasion die Ukraine besuchte. Der Besuch fand unter dem Vorzeichen der jüngst von Ungarn übernommenen EU-Ratspräsidentschaft statt. In Kiew will Orban auf Einladung von Präsident Wolodymyr Selenskyj über die Friedensperspektiven in Europa sprechen.

Der ungarische Regierungssprecher Zoltan Kovacs bestätigte den Besuch auf der Plattform X. Medienberichten zufolge führte Orbans erstes Ziel in Kiew zur ungarischen Botschaft. Die Beziehungen zwischen beiden Ländern sind seit jeher angespannt.

Historisch betrachtet, hat Orban in der Vergangenheit die Unterstützung für die Ukraine mehrmals verzögert und auch Sanktionen gegen Russland torpediert. Ungarns starke Abhängigkeit von russischen Gaslieferungen und der mögliche Ausfall des durch die Ukraine fließenden Gases zum Jahresende belasten die diplomatischen Beziehungen zusätzlich.

Ein weiteres Konfliktfeld besteht in den Rechten der ungarischen Minderheit in der Ukraine, als deren Verteidiger sich Orban regelmäßig inszeniert. Vor kurzem sorgte der 61-Jährige bei einem Fußballspiel mit einem Schal für Aufregung, der die Umrisse von Großungarn aus dem Jahr 1920 darstellte – eine Zeit, in der Teile der heutigen Ukraine zu Ungarn gehörten.

Sein letzter Besuch in der Ukraine datiert auf das Jahr 2012 zurück, als Viktor Janukowitsch das Präsidentenamt innehatte und die Krim noch nicht von Russland annektiert worden war.